Erfurt Bis 2021 kein Extra-Geld für den Zoo

Der Erfurter Zoo soll bis zur Bundesgartenschau 2021 kein Geld für Großinvestitionen erhalten. Die Entscheidung der Stadt sei nicht hinnehmbar, kritisierte Zoodirektorin Sabine Merz. Der Zoo sei eine ebenso prominente Einrichtung wie der Egapark, sagte Merz MDR THÜRINGEN. Sie bedauere es sehr, dass der Thüringer Zoopark auch kein Ausstellungsbereich der Buga geworden ist. Das sei vor Jahren leider falsch entschieden worden. Wenn in den nächsten vier Jahren keine größeren Projekte realisiert würden, leide die Attraktivität und Besucher könnten ausbleiben, so Merz.

Der Eingang des Zoopark Erfurt
Der Kassenbereich des Erfurter Zoos: Das Geld in der Kasse des Tierparks reicht derzeit nur für Personal und kleinere Reparaturen. Bildrechte: MDR/Karsten Heuke

Jährlich bekommt der Zoo rund drei Millionen Euro aus dem städtischen Haushalt. Das Geld reicht laut Merz gerade für Personal und kleinere Reparaturen. Noch immer ist die VIP-Lounge im Elefantenhaus nur im Rohzustand und hat noch nicht einmal Fenster. Sie hoffe, wenigstens dieses Projekt in diesem Jahr umsetzen zu können. Das hänge aber davon ab, wann die Stadt ihren Haushalt verabschiedet.

Die Stadt Erfurt verteidigte den Investitionsstopp. Der Zoo habe in den vergangenen Jahren viele Millionen erhalten. Unter anderem wurden seit 2005 für rund 15 Millionen Euro die Löwen- und Afrika-Savanne und ein neues Elefantenhaus gebaut. Jetzt seien Schulen, Kindergärten und Straßen dran, sagte Stadtkämmerin Karola Pablich.

Mit dem Ausbau müsse es aber weitergehen, so Zoodirektorin Merz. Sie hält am Plan fest, das alte Elefantenhaus zu einem Artenschutzzentrum mit Veranstaltungsraum auszubauen.

Trotz intensiver Gespräche mit dem Land Thüringen ist es bisher nicht gelungen, eine generelle Förderung zu bekommen. Das liegt auch daran, dass zunächst ein Masterplan erstellt werden muss. Der soll bis Frühjahr 2018 vorliegen und beinhalten, wie sich der Zoo in den nächsten Jahren entwickeln soll.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 08.03.2017 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. März 2017, 13:22 Uhr

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4 Kommentare

10.03.2017 12:58 part 4

Leider hat die Einkommensentwicklung in Thüringen nicht mit der Entwicklung der Eintrittspreise schritt gehalten, ausgenomen prozentual die höheren Gehaltstufen. Wo heute ungerechnet 24,- DM für den Eintritt eines Erwachsenen gezahlt werden müssen, bekämpft sich der Kapitalismus wieder einmal selbst. Hätte man sich am Rostoker Zoo orientiert und einen gleichzeitigen Ausbau als Botanischen Garten vor Jahrzenten eingeleitet, wäre der überborderte Eintrittspreis noch gerechtfertigt. Ein Zoo wird zwar immer ein kommunale Zuschußgeschäft bleiben, doch sollte immer geprüft werden welche nachhaltigen Belastungen sich ergeben. Leider finanzieren heute die Schulen indirekt den Zoo mit Klassenausflügen, die die Eltern nicht mehr wünschen bei solch Preisen.

09.03.2017 08:07 Stefan Körner 3

Dieses Verhalten der Stadt zieht sich durch die letzten Jahrzehnte. Heute hüh, morgen hott, mal völlig überkandidelte Projekte ohne Mehrwert (und ob die Buga dazugehören wird, ohne die Investitionen in den Petersberg und Schließung von Museen! - ?), mal plötzlicher Geldstopp auf halber Strecke wie jetzt beim Elefantenhaus. Die EGA soll ein sauteures Riesentropenhaus bekommen, das als kombiniertes Tier- und Pflanzenhaus am Zoo besser platziert wäre. Und Kämmerer, die glauben, die zugleich größte Besucherattraktion, größte Bildungseinrichtung und Kulturobjekt, nämlich der lebende Zoo, könne eben mal eingefroren und 2022+ wieder aufgetaut werden, schaden Zoo, Stadt, Bevölkerung und langfristig auch dem Stadtsäckel. Denn ein nicht modernisierter Zoo benötigt viel mehr laufende Zuschüsse und erzeugt massiven Investitionstau in naher Zukunft.

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