Weimar : Kunstfest 2012 mit Regamey-Konzert eröffnet
Das größte Kunstfest in Thüringen hat begonnen: Mit einem inzwischen traditionellen Auftaktkonzert "Gedächtnis Buchenwald" wurde das Festival "pèlerinages" in Weimar eröffnet. Es sollte ein Werk des polnischen Komponisten Constantin Regamey erklingen. Das Werk 1942 im polnischen Widerstand komponierte Werk wurde in Weimar von polnischen Musikern aufgeführt. Die Gedenkworte wollte der polnische KZ-Überlebende Marian Turski sprechen. Sein Thema ist die jüdische Résistance. Ursprünglich sollte der Historiker und Holocaust-Überlebende Arno Lustiger das Gedenkkonzert eröffnen. Lustiger starb allerdings im Mai.
Kunstfest unter dem Motto "Ausrufung"
Das Kunstfest steht in diesem Jahr unter dem Motto "Anrufung". Damit bezieht sich das Fest abermals auf ein Klavierstück von Franz Liszt. Der Komponist ist im Programm mit einer Adaption seines Spätwerks "Via Crucis" durch den amerikanischen Theaterregisseur Robert Wilson vertreten. Wilson wird das Oratorium als Klang- und Lichtinstallation in der Viehauktionshalle inszenieren.
Die diesjährige Kunstfestausstellung kommt aus Liechtenstein und zeigt Werke der in den 60er-Jahren entstandenen Kunstrichtung "Arte Nova", die mit neuen Ausdrucksweisen und Materialien uralte Fragen der Menschheit beantworten wollte.
Veranstaltungen bis zum 9. September
Das Kunstfest bietet bis zum 9. September Musik, Tanz, Ausstellungen und Diskussionsveranstaltungen. Ein Höhepunkt wird die Verleihung der Goethe-Medaillen am 28. August sein. Sie gehen in diesem Jahr an die litauische Intellektuelle und Überlebende des Holocaust Irena Veisaitė, den kasachischen Regisseur Bolat Atabayev und den bosnischen Autor Dževad Karahasan. Nach Auffassung der Jury treten die drei Künstler für eine offene Aufarbeitung nationaler Traumata ein.
Das Kunstfest wurde 1990 in der Thüringer Kulturstadt begründet. Intendantin ist im neunten Jahrgang Nike Wagner. Die Ururenkelin von Franz Liszt will die Leitung des Kunstfestes nach dem Festival im kommenden Jahr abgeben. Dann wird statt Liszt dessen Schwiegersohn Richard Wagner im Mittelpunkt stehen. Wer Nike Wagner nachfolgen wird, ist noch unklar.

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