Land der Löcher

Erdfall von Schmalkalden : Kummer sieht keine Verbindung zu Rüstungsfabrik

Der Erdfall in Schmalkalden hat nichts mit militärischen Altanlagen aus der Nazizeit zu tun. Davon geht der Vorsitzende des Thüringer Landtagsausschusses für Umwelt und Landwirtschaft, Tilo Kummer, aus. Der Linke-Abgeordnete sagte dem MDR THÜRINGEN am Freitag, das Gremium sei darüber ausführlich informiert worden.

Bei Erkundungsbohrungen seien in 70 bis 90 Metern Tiefe Gesteinsformationen gefunden worden, die für den Erdfall verantwortlich gewesen seien. Die Gutachter hätten zwar die Existenz von militärischen Altanlagen bestätigt. Die dazu gehörenden unterirdischen Gänge lägen aber in deutlich niedrigeren Tiefen und seien offenbar schon in den vergangenen Jahren eingebrochen. Der Erdfall habe eine natürliche Ursache. Kummer hatte bisher der Landesregierung vorgeworfen, die Ursachen für den Erdfall nicht klären und sich damit Kosten ersparen zu wollen.

Natur oder Mensch - wer ist schuld?

Monatelang war darüber spekuliert worden, ob das Loch eine "natürliche" oder eine bergbaubedingte Ursache hatte. Das Thüringer Umweltministerium schließt einen Zusammenhang mit Stollen oder Schächten ehemaliger Bergwerke oder Untertageanlagen aus.

Der Erdfall hatte sich im November vergangenen Jahres ereignet und ein etwa 40 Meter breites und rund 20 Meter tiefes Loch hinterlassen. Mehrere Anwohner mussten ihre Häuser verlassen. Einige Häuser sind bis heute gesperrt. Das Erdloch wurde mit mehreren Tausend Tonnen Kies verfüllt. Die Kosten von 300.000 Euro werden dem Landkreis in Rechnung gestellt.

Zuletzt aktualisiert: 01. Juli 2011, 17:47 Uhr

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