Land der Löcher

Neuer Erdfall in Thüringen : Metertiefes Loch tut sich in Saalfeld auf

Erneut hat es in Thüringen einen Erdfall gegeben. Auf dem Parkplatz in der Nähe eines Einkaufsmarktes in Saalfeld-Gorndorf hat sich in der Nacht zum Montag ein sechs bis acht Meter tiefes, kreisrundes Loch mit einem Durchmesser von mindestens drei Metern aufgetan.

Wie die Polizei dem MDR sagte, wird das Loch nach unten hin breiter, weshalb noch keine genauen Zahlen genannt werden könnten. Menschen und Wohnhäuser seien nicht in Gefahr. Auch die nahe gelegene Tankstelle bleibe vorerst geöffnet. Der Unglücksbereich sei aber abgesperrt worden.

Nach Einschätzung der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie ist die wahrscheinlichste Ursache die Auslaugung von Gips im Untergrund. Ein Experte sagte MDR 1 RADIO THÜRINGEN, dass das Schmelzwasser vermutlich eine Gipsschicht ausgewaschen habe. Ein Sprecher des Umweltministeriums sagte, dies sei typisch für die Orla-Weira-Senke. Auch der Leiter des Saalfelder Tiefbauamtes, Uwe Neumann, geht von einer natürlichen Ursache aus. Er sagte, es seien keine Versorgungsleitungen beschädigt worden.

Nach Angaben des Umweltministeriums werde der Besitzer der Grünfläche das Loch nun verfüllen. Weitere Sicherungsmaßnahmen seien aber nicht notwendig.

In Thüringen ereignen sich bis zu 30 Erdfälle pro Jahr. Nach Angaben des Umweltministeriums liegen die Ursachen dafür in einer sogenannten Subrosionszone, die sich über große Teile des Freistaats erstreckt. Dort bilden sich Hohlräume, die vom Grundwasser ausgewaschen werden. Eine andere Ursache sind stillgelegte Schächte des Bergbaus. Die Region um Saalfeld gehört zu den Gebieten in Thüringen, in denen die Gefahr eines Erdfalls besonders groß ist. Größere Erdfälle hatte es zuletzt in Schmalkalden und Tiefenort gegeben.

Zuletzt aktualisiert: 10. Januar 2011, 17:20 Uhr

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