Land der Löcher : 2011 war "erdfallreiches" Jahr für Thüringen
In Thüringen hat die Erde im Jahr 2011 häufiger als sonst nachgegeben. Wie das Umweltministerium dem MDR THÜRINGEN sagte, zählten die Behörden 36 Erdfälle und 56 Tagesbrüche. Das seien deutlich mehr als in den Jahren davor gewesen. Der Durchmesser der Löcher betrug demnach einige Dezimeter bis wenige Meter.
Allein die Zahl der Tagesbrüche in ehemaligen Bergbaugebieten hat demnach im Vergleich zu 2010 um ein Drittel zugenommen. Grund dafür sei vor allem das Wetter. Die starke Schneeschmelze zu Beginn des Jahres habe die Böden stärker als sonst unterhöhlt und ausgelaugt.
Außerdem habe der spektakuläre Erdfall vor einem Jahr in Schmalkalden die Menschen sensibler gemacht. Deshalb seien 2011 auch Löcher gemeldet worden, über die sonst hinweggesehen wurde. In Schmalkalden hatte sich am 1. November 2010 ein Loch von 40 Metern Durchmesser und 20 Metern Tiefe aufgetan. Mehrere Häuser mussten geräumt werden.
Tagesbrüche und Erdfälle
Dabei handelt es sich um Krater oder Löcher im Erdboden, die bis an die Erdoberfläche reichen und durch geologische Veränderungen im Untergrund entstehen.
Als Erdfälle werden Löcher bezeichnet, die durch natürliche Vorgänge entstehen - wenn also beispielsweise eine poröse Erdschicht durch Grundwasser ausgespült wird, dadurch ein Hohlraum entsteht und dieser schließlich einbricht.
Tagesbrüche entstehen im Prinzip genauso. Diese Bezeichnung wird verwendet, wenn von Menschen geschaffene unterirdische Hohlräume (z.B. Bergwerksstollen) einbrechen.

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