Zehn Jahre Lebenspartnerschaftsgesetz : In Thüringen heiraten weniger Homosexuelle
In Thüringen sind in den vergangenen zehn Jahren 314 gleichgeschlechtliche Beziehungen amtlich besiegelt worden. Laut Landesverwaltungsamt Weimar waren davon 167 Partnerschaften männlich und 147 weiblich. Homosexuelle Partnerschaften können in Thüringen erst seit Anfang 2011 in den Standesämtern begründet werden. Zuvor waren, abweichend von der Bundesgesetzgebung, das Landesverwaltungsamt und später die Landkreise oder kreisfreien Städte für die Eintragung von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften zuständig.
Mehr Partnerschaften in Sachsen und Sachsen-Anhalt
Im mitteldeutschen Vergleich sind damit in Thüringen die wenigsten amtlichen Partnerschaften zwischen Homosexuellen seit Inkrafttreten des Lebenspartnerschaftsgesetzes am 1. August 2001 geschlossen worden. In Sachsen haben sich allein zwischen 2005 und 2009 556 homosexuelle Paare das Ja-Wort gegeben. Für Sachsen-Anhalt konnte das Landesinnenministerium auf Anfrage von MDR.DE keine Gesamtzahl nennen. Die Behörde gehe aber von etwa 40 neu eingetragenen Lebenspartnerschaften pro Jahr aus. Diese Form des Zusammenlebens wird bislang nicht von den zuständigen Landesämtern statistisch erfasst. Die bisherigen Zahlen resultieren aus Hochrechnungen beziehungsweise Behörden-Anfragen. Deutschlandweit wird von bisher 23.000 homosexuellen Lebenspartnerschaften ausgegangen.
Lesben- und Schwulenverbände kämpfen bis heute um Rechte, die Homosexuellen in eingetragenen Partnerschaften gegenüber heterosexuellen Ehen verwehrt bleiben. Sie fordern vor allem ein gleichberechtigtes Adoptionsrecht. Bisher können gleichgeschlechtliche Paare nicht gemeinsam ein Kind adoptieren.
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