Bildungspolitik Thüringen bietet Lehrern Beamtenstatus an

Lehrer in Thüringen können wieder den Beamtenstatus erhalten. Das hat die Landesregierung am Dienstag beschlossen. Demnach können Lehrer mit Beginn des neuen Schuljahres im Spätsommer Beamte werden - wenn sie dies wollen. Laut Bildungsministerium sollen künftig nicht nur neu eingestellte Lehrer verbeamtet werden, sondern auch alle anderen Lehrer, die nicht älter als 47 Jahre sind. In Thüringen darf nur dann der Beamtenstatus verliehen werden, wenn der oder die Betroffene noch mindestens 20 Jahre im Staatsdienst bleiben kann.

Lehrer wischt eine Tafel ab.
In Thüringen gibt es sowohl angestellte als auch verbeamtete Lehrer. Den Beamtenstatus bietet das Land nun auch den angestellten Pädagogen an. Bildrechte: colourbox.com

Das Kabinett hat nach Angaben von Bildungsstaatssekretärin Gabi Ohler zudem beschlossen, mehr neue Lehrer einzustellen, als bisher geplant. Im nächsten Jahr könnten 900 Stellen besetzt werden und im Jahr darauf weitere 650, sagte sie. Das Land werde zudem 300 bislang befristeten Lehrern die Entfristung auf freiwerdenden Stellen bereits im Jahr 2018 anbieten.

Mit der Aufstockung sollen der Unterrichtsausfall an Schulen verringert und in den Ruhestand gehende Lehrer ersetzt werden. Laut Finanzministerin Heike Taubert stehen für nächstes Jahr 1.069 Stellen an Schulen für Lehrer und Erzieher zur Verfügung. Bildungsstaatsskretärin Ohler sagte, es seien "erhebliche Anstrengungen" notwendig, um alle Stellen besetzen zu können. Die Wiedereinführung der Verbeamtung sei dabei ein wichtiger Schritt. Notwendig seien zudem die Erweiterung der Studienberatung, ein attraktiveres Lehramtsstudium für MINT-Fächer und bessere Voraussetzungen für die Einstellung von Quereinsteigern.

In Thüringen arbeiten laut Bildungsministerium derzeit über 17.300 Lehrer. Davon sind 3.332 zwischen 23 und 47 Jahren alt und kämen somit für eine Verbeamtung in Frage.

Lehrerverband und Beamtenbund zufrieden

Der Vorsitzende des Thüringer Lehrerverbandes, Rolf Busch, nannte die Verbeamtung von Lehrern einen "Meilenstein". "Nachdem wir jahrelang dafür gekämpft haben, wird dieser wesentliche Schritt zur Verbesserung der Situation für die Lehrer im Freistaat nun endlich erfolgen", sagte er. Auch der Thüringer Beamtenbund begrüßte den Kabinettsbeschluss. Jetzt komme es darauf an, Detailprobleme zu lösen und weiteren Lehrer-Nachwuchs zu gewinnen.

Die CDU-Landtagsfraktion sprach von einem wichtigen Schritt, der aber nicht ausreiche, um den Lehrerberuf in Thüringen attraktiver zu machen. Der bildungspolitische Sprecher Christian Tischner verwies auf Vorschläge, die die CDU bereits im Januar gemacht habe. Dazu gehöre eine Einstellungsgarantie für Lehramtsstudierende in Mangelfächern oder bessere Gehälter für Berufseinsteiger.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im: MDR THÜRINGEN JOURNAL | 28.02.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Februar 2017, 15:25 Uhr

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26 Kommentare

02.03.2017 07:02 Patrick 26

Ich selbst bin verbeamteter Lehrer und erfülle sehr wohl hoheitliche Aufgaben. Als was würden Sie es denn bezeichnen wenn ich einem 18 Jahre alten Schüler durch eine schlechte Note den Zugang zu einem Abitur verweigere? Wenn einige hier wüssten welchen Gegenwind man nach solchen Entscheidungen ausgesetzt ist, würden sie anders denken. Ich kann meine Fähigkeiten sehr viel besser dazu nutzen anderen Schülern etwas beizubringen als mich mit Fragen wie "wer verklagt mich heute wohl wieder" oder "verliere ich wohl meinen Job wenn ich nicht noch eine 4 gebe" zu befassen. Als Beamter können mir diese Dinge nämlich ziemlich egal sein, da mein Dienstherr mich schützt. Es müsste auch einiges passieren damit ich meinen Job verliere. Nur durch diesen Schutz kann ich meiner Arbeit vernünftig nachkommen. Das gilt für andere Beamte genauso! Die angestellten Lehrer tun mir daher leid, ich persönlich würde als Akademiker für das Geld den Job unter diesen Bedingungen nicht machen wollen.

01.03.2017 15:40 Normalo 25

@ 23 Überdurchschnittlich zu... was jetzt genau? Zu welcher Berufsgruppe mit 7 jähriger Ausbildung, erstem und zweitem Staatsexamen? Am besten plappert man nicht über Dinge über die man nur polemisieren und nicht argumentieren will. Der Spruch klingt genauso unsinnig wie die Werbung für eine Schmerztablette, die 3 mal schneller wirkt. Schneller als was? Ein Hustenbonbon? Herr, lass es Hirn regnen. Und verbeamte die Lehrer :-)