Thüringen

Schulen : Thüringen plant Vorruhestandsregelung für Lehrer

Verbeamtete Lehrer an Gymnasien und Regelschulen in Thüringen können künftig vorzeitig in den Ruhestand gehen. Wie ein Sprecher des Kultusministeriums am Dienstag sagte, soll das für Lehrerinnen und Lehrer ab dem Alter von 60 Jahren gelten. Wer diese Möglichkeit in Anspruch nimmt, muss aber auf ein Drittel seiner Bezüge verzichten. Zudem soll jeder Einzelfall im Hinblick auf den Fächerbedarf geprüft werden. Pädagogen für Fächer, in denen es nicht ausreichend Lehrkräfte gibt, hätten dabei schlechtere Karten. Als Beispiel nannte der Sprecher Französischlehrer. Grundschullehrer seien zudem komplett von der Regelung ausgenommen.

Durchschnittsalter: 51 Jahre

Ein Lehrer vor einer Schulklasse
Die Vorruhestandsregelung soll die Einstellung von mehr jüngeren Lehrern ermöglichen.

Mit diesem Angebot will das Kultusministerium den Lehrerüberhang in einigen Fächern abbauen und zugleich Junglehrern den Einstieg in das Berufsleben erleichtern. Nach Angaben des Ministeriumssprechers gibt es derzeit einen Überhang von rund 1.000 Pädagogen. Das Durchschnittsalter des Lehrpersonals liege bei mehr als 51 Jahren. Lediglich jeder zwölfte Lehrer sei jünger als 40. Dies sei auch ein Ergebnis von 20 Jahren Personalpolitik im Freistaat. Mit der neuen Regelung solle frischer Wind in die Klassenzimmer kommen.

Das "Gesetz zur Verbesserung der Altersstruktur an staatlichen Schulen" war Ende Juli im Kabinett beraten worden und ist nun in der Anhörungsphase. Finanzminister Wolfgang Voß und Kultusminister Christoph Matschie hatten sich bereits darauf verständigt, in den kommenden beiden Jahren jeweils 300 neue Lehrer einzustellen. Je nachdem, wie stark das neue Angebot an verbeamtete Lehrer in Anspruch genommen wird, könnten pro Jahr bis zu 100 weitere Lehrer ihren Dienst antreten. Darüber hinaus soll es auch Gespräche mit den Gewerkschaften über eine ähnliche Regelung geben.

Beamtenbund: Seltsame Regelung

Der Thüringer Beamtenbund sprach von einer seltsamen Regelung. Es sei unklar, weshalb das Angebot nur für verbeamtete Lehrer gelten soll, sagte Landesvize Andreas Schiene. Er forderte das Kultusministerium auch auf zu benennen, für welche Fächerkombinationen die geplanten Einzelfallprüfungen gelten sollen. Schließlich müsse auch bedacht werden, dass sich die finanziellen Einbußen durch den Vorruhestand auch auf die Pension auswirken.

Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte eine Ausweitung des Angebots auf angestellte Lehrer. Mit Blick auf ein seit September 2011 angemahntes Personalentwicklungskonzept sei die jetzt geplante Vorruhestandsregelung aber ein kleiner Schritt, sagte GEW-Referatsleiterin Bärbel Brockmann. Allerdings seien mehr Neueinstellungen erforderlich.

Zuletzt aktualisiert: 07. August 2012, 18:57 Uhr

3. Frust(h)üringer:
Was hier immer wieder dem Bürger vorgegaukelt wird ist einzig und allein völliger Unfug, gepaart mit Einsparversuchen die Kostenexplosion der Beamtenpensionen auf ein verträgliches Maß zu reduzieren - dabei wird man nicht müde dem d..men Bürger erklären zu wollen, dass wenn weniger Beamten -hier Lehrer - eigentlich mehr sind und zielgerichteter spricht nützlicher/effektiver. Ein anderes Beispiel (oder Posse): Zahlreiche Polizisten abschaffen (abbauen) ergibt ein MEHR auf der Straße - ähm - ach so - oder doch nicht!? Dann glauben die Politiker doch tatsächlich noch, dass ein Beamtentum erstrebenswert ist/wäre - dies ist - wie sagte doch vor Kurzen unserer Landesmutter: (ein Irrtum) "aus dem Vorvorjahrhundert" - vor Kurzem war auch zu lesen, man überdenkt die Verbeamtung von Lehrer - damit schafft man wieder künstlich Pensionlasten - aber das merkt der Wähler von heute nicht mehr, weil er in dreißig Jahren diese Ursache vergessen hat.....
08.08.2012
21:56 Uhr
2. Paul Müller:
Zu Ende eines jeden alten und zu Beginn eines jeden neuen Schuljahres verspricht der Minister neue Lehrer einzustellen. Und jedes Jahr wird nichts draus, begründet mit der ein oder anderen "Ausrede". Und das jetzt? Hier ist die Ausrede quasi schon mit eingebaut. Wenn es nicht klappt mit der Einstellung neuer Lehrer ... Die alten sind schuld, die wollen nicht gehen. Sechs, setzen!
08.08.2012
12:09 Uhr
1. Heinz Faßbender:
Wie verträgt sich die Vorruhestandsregelung für Lehrer mit der aktuellen Meldung das tausende Lehrerstellen in Deutschland unbesetzt sind? Das verstehe wer will - aber Thüringen geht wohl immer mal merkwürdige Sonderwege.....
08.08.2012
11:11 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen.
Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

© 2013 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK