Ausblick auf 2013 : Lieberknecht: Thüringen steht vor großen Umwälzungen
Thüringen steht nach Ansicht von Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht vor tiefgreifenden Umwälzungen. Das Land müsse sich in den kommenden Jahren "komplett umdefinieren", sagte die CDU-Politikerin am Freitag. Als Gründe dafür nannte sie unter anderem dramatisch sinkende Einwohnerzahlen, weniger Geld von der Europäischen Union und das Auslaufen des Solidarpakts. Mit mehr als 50 Milliarden Euro unter anderem von EU und Bund sei Thüringen seit 1990 auf Vordermann gebracht worden. Für den nächsten Förderzeitraum bis 2020 stünden dafür lediglich 1,4 Milliarden Euro zur Verfügung.
Lieberknecht schilderte am Beispiel von Suhl die Schwierigkeiten, die duch den demografischen Wandel auf die Kommunen und das Land zukommen werden. Um 2020 werde die Stadt etwa 9.000 Rentner und rund 11.000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter haben. Bei einer Beschäftigungsquote von derzeit 75 Prozent sei die Stadt noch gut aufgestellt. Trotzdem stehe die Frage, wie sie Pflicht- und freiwillige Aufgaben bezahlen könne.
Eine anstehende Verwaltungsreform sei da nur ein kleiner Baustein. Die von der Regierung dazu einberufene Expertenkommission werde im Januar ihren Bericht vorlegen. Details daraus kenne sie selbst noch nicht, so Lieberknecht.
Kein Mindestlohn nach Himmelsrichtungen
Lieberknecht bekräftigte auch ihre schon vor einigen Tagen in einem Interview geäußerte Überzeugung, dass der Bundesrat im kommenden Jahr die Einführung eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns beschließen wird. Eine entsprechende Initiative hatte die Thüringer CDU-SPD-Koalition in diesem Jahr in der Länderkammer vorgelegt. Lieberknecht sprach sich am Freitag gegen Mindestlohn-Regelungen auf Länderebene aus. Als Ministerpräsidentin Thüringens werde sie nicht "für einen Mindestlohn nach Himmelsrichtungen plädiere, denn dann würde der Osten wieder hinten runter fallen", sagte sie.
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