Thüringen

Magen-Darm-Infektionen : Cateringfirma Sodexo will Erkrankte entschädigen

Nachdem in Ostdeutschland Tausende an Brechdurchfall erkrankt waren, will die Cateringfirma Sodexo die Betroffenen entschädigen. Der Essensversorger aus Rüsselsheim entschuldigte sich und erklärte, Einzelheiten werde man in den nächsten Tagen bekannt geben. Es handele sich um einen höchst bedauerlichen Einzelfall. Die Lieferanten würden künftig noch strikter ausgewählt. Sodexo hatte sich bislang gewehrt, als Verursacher der massenhaften Infektionen genannt zu werden. Labor-Beweise fehlen, aber alle Indizien sprechen dafür.

Erdbeeren Auslöser der Krankheitswelle

Mit hoher Wahrscheinlichkeit hatten tiefgefrorene Erdbeeren die Krankheit ausgelöst. Das bestätigten das Bundesamt für Verbraucherschutz und die Task Force von Bund und Ländern. Mitarbeiter des Robert-Koch-Institutes hatten zuvor Lieferwege und Verzehr untersucht. Sie befragten erkrankte Schüler in Gymnasien in Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie Leiterinnen von Kindergärten danach, was die Kinder gegessen hatten. Schüler in Brandenburg, die derzeit Ferien haben, waren per E-Mail angeschrieben worden. Nach Angaben des Sozialministeriums in Sachsen-Anhalt wurden im Land solche Erdbeeren auch aus drei anderen Großküchen ausgeliefert.

Laborergebnisse ergaben, dass bei dem Großteil der Erkrankten Noroviren die Auslöser waren. Experten gehen aber auch von bakteriellen Infektionen aus. Dafür sind die Laboruntersuchungen nach dem auslösenden Keim aber noch nicht abgeschlossen. Ergebnisse werden erst kommende Woche erwartet. Nach Abklingen der Krankheit könnte es allerdings schwierig werden, einen endgültigen Beweis zu bekommen. Ernährungswissenschaftler gehen außerdem davon aus, dass Keime in Lebensmitteln schon in geringer Konzentration krank machen. Der Befall könne dabei nicht mal in jedem Falle messbar nachgewiesen werden.

Die tiefgefrorenen Erdbeeren waren über einen sächsischen Großhändler an mehrere Sodexo-Regionalküchen ausgeliefert worden. Die Früchte stammten nach Angaben des Bundesamtes für Verbraucherschutz aus einem Land außerhalb der EU, möglicherweise aus China.

Neuerkrankungen in Sachsen

In den vergangenen Tagen waren nach Angaben des Robert-Koch-Instituts deutschlandweit mehr als 11.000 Fälle von Brechdurchfall registriert worden. Allein in Sachsen wurden rund 3.000 Fälle gemeldet, in Thüringen waren es rund 1.100. Betroffen waren auch Schulen und Kindertagesstätten in Berlin und Brandenburg sowie in Sachsen-Anhalt. Die Erkrankungswelle ist weitestgehend abgeschlossen. In Sachsen allerdings wurden seit Mittwoch 220 neue Fälle registriert.

Zuletzt aktualisiert: 06. Oktober 2012, 21:37 Uhr

2. Selbstversorger:
Die tiefgefrorenen Erdbeeren sollen an der Magen-Darm-Erkrankungen schuld sein und ausgerechnet kommen diese noch aus China. Können die Argrar- Umwelt -und Naturschutzgestalter keine in Deutschland selbst produzieren. Was ist eigentlich mit der Solarproduktion in Thüringen, da soll ja auch China die Schuld haben für die Fehlentscheidungen. Wahrscheinlich läuft dies alles wie immer auf Billiglohnarbeit und mehr Gewinn für einige aus. Seit Jahren gefriere ich meine Erdbeeren ein und ich hatte bezüglich noch keine Probleme. Wer das Glaubt,dem ist nicht mehr zu helfen, armes China.
07.10.2012
17:31 Uhr
1. Reiner Arndt:
Jetzt kommt also ein "sächsischer Zulieferer" ins Spiel. Schade, dass der weder Namen noch Adresse hat. Aber die scheibchenweise Zuteilung von Informationen kennen wir - gab's alles schon: Damals in der DDR...;-)
06.10.2012
17:30 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen.
Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

© 2013 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK