Thüringen

Verdacht auf Noroviren : Zahl der Neuerkrankungen in Thüringen sinkt

In Thüringen ist die Zahl der neu gemeldeten Magen-Darm-Erkrankungen zurückgegangen. Ein Sprecher des Landratsamtes Saalfeld-Rudolstadt sagte, am Mittwoch hätten sich landesweit noch mehr als 500 Kinder krankgemeldet, an den beiden folgenden Tagen insgesamt nur noch weitere 200. Aus vielen Schulen werde gemeldet, dass die Kinder wieder zum Unterricht erscheinen. Die Krankheit verlaufe offenbar "heftig aber kurz", sagte er weiter.

Insgesamt sind aktuell mehr als 760 Menschen in 34 Einrichtungen erkrankt. Nach Angaben des Sozialministeriums sind alle Einrichtungen vom selben Essen-Anbieter beliefert worden. Dessen Sprecher wies bislang die Verantwortlichkeit zurück. Die genaue Ursache der Erkrankungen ist bislang unklar, die Laborergebnisse stehen noch aus.

Hinweise auf Noro-Viren

Eine elektronenmikroskopische Aufnahme vom Norovirus, genommen aus einer Stuhlprobe.
Auch in Thüringen gibt es Hinweise auf das Noro-Virus.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind im Thüringer Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz 47 Abstrichproben aus zwei Küchen, 57 Lebensmittelproben und 17 Stuhlproben untersucht worden. Bis auf zwei seien alle ohne Befund, sagte Gisbert Paar, Leiter der Abteilung Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit im Gesundheitsministerium. In diesen beiden Fällen gebe es Hinweise auf Noro-Viren. Vier Verdachtsfälle auf eine Erkrankung mit dem Noro-Virus gab es auch in Saalfeld-Rudolstadt, wie ein Sprecher des Landratsamtes mitteilte. Das dortige Gesundheitsamt hatte von rund 20 Personen Proben genommen. Bei zwei Kindern, einer Küchenkraft und einer Ausgabekraft sei das Virus nachgewiesen worden. Man gehe allerdings davon aus, dass zusätzlich zu der Virus-Infektion noch andere Gründe für die Gruppenerkrankung vorliegen.

Lieberknecht fordert Konsequenzen

Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU), gestikuliert während eines Interviews.
Fordert Konsequenzen: Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht.

Zusätzliche Reinigungen bei dem im Verdacht stehenden Unternehmen würden unterdessen fortgesetzt, teilte das Landratsamt mit. Untersuchungen der Lebensmittel und von Tupferproben lägen noch nicht vor. Bisher konnten beim Essen-Anbieter keine Verstöße festgestellt werden, hieß es. Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht forderte unterdessen eine rasche Aufklärung. "Hier muss sehr genau den Ursachen nachgegangen werden", sagte sie dem Sender "Landeswelle Thüringen". "Und dann muss es natürlich auch Konsequenzen geben."

Nach Angaben der Gesundheitsämter gibt es insgesamt rund 6.800 Erkrankungsfälle in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin und Brandenburg.

Zuletzt aktualisiert: 28. September 2012, 22:39 Uhr

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