Landwirtschaft : Agrarministerium dementiert Imagekampagne zu Tierhaltung
Das Landwirtschaftsministerium hat einen Bericht über eine Image-Kampagne zur Massentierhaltung zurück gewiesen. Ein Ministeriumssprecher sagte, es gebe keine Kampagne. Man werde lediglich im Frühjahr eine Broschüre und einen Film erarbeiten. Unter dem Tenor "Wo kommt mein Fleisch her?" wolle man damit über Zusammenhänge in der Tierhaltung informieren.
Zeitung berichtete über geplante Werbung
Die "Thüringer Allgemeine" hatte unter Berufung auf Agrarminister Jürgen Reinholz von einer geplanten Werbekampagne berichtet. Die Zeitung zitierte den Minister, sein Ressort wolle gemeinsam mit dem Bauernverband in Schulen und in der Öffentlichkeit "über moderne Formen der Tierhaltung aufklären und vielfach wenig bekannte Zusammenhänge der modernen Nahrungsmittelherstellung" erläutern. So solle es darum gehen, lang gehegte Vorurteile abzubauen. Klein bedeute nicht automatisch gut und groß nicht automatisch schlecht. Es sei ein Irrglaube, dass ein Stall mit fünf Schweinen artgerechter sei als einer mit 5.000. Daher wolle man mit Filmen und Fotos zeigen, wie es in modernen Agrarbetrieben zugehe. Ähnlich äußerte sich Bauernverbandspräsident Klaus Kliem in der Zeitung. Er empfehle jedem Kritiker einen Besuch in einem großen Thüringer Stall. Dort seien die Tierverluste wesentlich geringer als in vielen kleinen Behausungen. Auch werde entgegen landläufiger Vorstellung kaum Antibiotika verabreicht.
Kritik und Skepsis von SPD und Grünen
Koalitionspartner SPD reagierte enttäuscht. Agrarpolitikerin Eleonore Mühlbauer sagte, für die Massentierhaltung zu werben, sei Ausdruck einer rückwärtsgewandten Landwirtschaftspolitik. Bei Fleischproduktion und Tierhaltung gelte für Reinholz offenbar immer noch das Motto "Mehr Masse statt Klasse". Zurückhaltender reagierten die Grünen. Deren Agrarexperte Frank Augsten bekanntem grundsätzlich sei jede Initiative zu begrüßen, die die landwirtschaftliche Urproduktion sowie die Lebensmittelverarbeitung und damit die Grundlagen unserer Ernährung ins öffentliche Bewusstsein rücken. Allerdings wolle er vom Minister wissen, welche Standards für welche Tierarten gelten sollten.
Immer wieder Proteste gegen Massentierhaltung
Gegen die Massentierhaltung gibt es immer wieder Protest im Land. Erst im Oktober demonstrierten der BUND und Bürgerinitiativen, unterstützt von den Grünen und der Linken vor dem Thüringer Landtag. Anlass war der Tod von mehr als 3.000 Ferkeln in einer Anlage bei Alkersleben. Weil ein Blitzschlag zu einem Ausfall der Lüfteranlage geführt hatte, waren die Tiere in der fensterlosen Aufzuchtanlage erstickt.
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