Flüchtlingsunterkünfte Nur Erstaufnahme-Häuser in Gera und Suhl sollen bleiben

Thüringen will dauerhaft zwei Unterkünfte für die Erstaufnahme von Flüchtlingen bereithalten. Seit Monaten kommt nur noch eine überschaubare Zahl von Flüchtlingen in den Freistaat. Nun sollen die Standorte Gera und Suhl festgeschrieben werden. Darüber will das Kabinett Ende April entscheiden. Zu Spitzenzeiten hatte das Land über zehn Gebäude verfügt.

"Wir haben mittlerweile alle Standorte bis auf Gera und Suhl aufgegeben", sagte Migrationsminister Dieter Lauinger (Grüne). Alle Objekte seien zurückgegeben worden, bis auf die, die vom Land langfristig angemietet worden seien. So seien beispielsweise im alten Baumarkt in Gotha schon längere Zeit keine Flüchtlinge mehr untergebracht. "Wir haben nun eine Vereinbarung über das Ende des Vertrags zur Nutzung des Baumarkts zum Oktober erzielt", erklärte Lauinger.

Görmar-Kaserne in Mühlhausen kann verkauft werden

Eingang zur Görmar-Kaserne in Mühlhausen
Die frühere Görmar-Kaserne in Mühlhausen wird nicht weiter für die Unterkunft von Flüchtlingen gebraucht. Es gibt bereits Kaufinteressenten. Bildrechte: MDR/Veit Malolepsy

Das Kabinett werde zudem mit einem entsprechenden Beschluss deutlich machen, dass die frühere Görmar-Kaserne in Mühlhausen verkauft werde könne, so der Minister. "Sie kann nach unseren Vorstellungen jederzeit anderweitig genutzt werden", sagte er. Lauinger zufolge gibt es bereits Kaufinteressenten für dieses Objekt.

Auch die Aufnahmestelle in Eisenberg soll nicht mehr genutzt werden. Zu DDR-Zeiten wurden dort Menschen aufgenommen, die vom Westen Deutschlands in den Osten geflüchtet waren. Es sei ein kleiner Standort, der schnell an seine Grenzen stoße. "Im Moment ist es eine leerstehende Landesimmobilie." Eine Entscheidung über die Zukunft des Gebäudes gebe es noch nicht.

Gebäude in Suhl und Gera groß genug

Nach Angaben von Lauinger sind die Standorte Gera und Suhl groß genug, "um kurzfristig steigende Zahlen zu verkraften". Thüringen wolle Kapazitäten vorhalten, um für einen erneuten Zustrom von Geflüchteten gewappnet zu sein. Im Moment seien diese Unterkünfte nicht ausgelastet.

Derzeit kommen laut Ministerium monatlich rund 300 Flüchtlinge nach Thüringen. Zu Spitzenzeiten 2015 waren es Tausende. "Keiner weiß, wie sich die Lage in der Türkei entwickelt, keiner weiß, wie die Situation nach der Bundestagswahl ist, welche Regierung welche asylpolitischen Ziele verfolgt", gab der Migrationsminister zu bedenken.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 20.04.2017 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. April 2017, 11:42 Uhr

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1 Kommentar

20.04.2017 14:06 Pfingstrose 1

Viele Steuergelder verschwendet für eine vorübergehende Sinnflut von Menschen. Was bleibt sind leere Häuser und viel Arbeit. Anstatt diese Flüchtlinge 2018 in dezentrale Unterkünfte / Wohnungen zu stecken, sollten diese Restunterkünfte erhalten bleiben zum Wohnen dieser Gruppierungen. Aber Lauinger zieht ja schon wieder neue Ziele auf , auf Kosten der Bürger und somit Steuerzahler. Was Thüringen an Überschuss von Steuern hat, verschwendet es für unnütze Sachen und für die Städte und andere Einrichtungen fehlt das Geld.

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