Überfall
Hausbesetzer sollen Jugendliche angegriffen haben
In Erfurt sollen in der Nacht zu Sonntag Angehörige der linken Szene vier Jugendliche angegriffen haben. Nach Angaben der Polizei sollen an einer Tankstelle etwa 20 Autonome auf die Männer zwischen 17 und 19 Jahre losgegangen sein und sie als "Nazis" beschimpft haben. Ein Mann habe einen Tritt in den Rücken erhalten. Es sei aber niemand verletzt worden.
Nach Zeugenaussagen sollen die Angreifer mit Pflastersteinen, Feuerlöschern und einem Kronleuchter bewaffnet und von Hunden begleitet auf die vier Jugendlichen zugestürmt sein. Die Angegriffen hätten fliehen können. Die Autonomen hätten dann die Frontscheibe des Autos der Jugendlichen eingeschlagen und die Motorhaube eingedellt. Die Polizei ermittelt wegen Landfriedensbruchs und Sachbeschädigung. Ein Zusammenhang zur rechtsextremen Szene ist nach Angaben des Innenministeriums bei den Angegriffenen auszuschließen.
Innenminister warnt vor linker Gewalt
Nach Angaben von Thüringens Innenminister Manfred Scherer (CDU) zeigt der Überfall "in erschreckender Weise die Gewaltbereitschaft der linken Hausbesetzerszene". Der Vorfall mache besonders deutlich, wie "wichtig der Schutz der freiheitlichen demokratischen Grundordnung vor allen extremistischen Kräften ist". Der Angriff soll bereits der zweite Vorfall innerhalb weniger Wochen sein. Bereits Ende Januar habe eine Gruppe der Hausbesetzer einen Mann an der Tankstelle bedroht.
Besetzes Haus sorgt für Schlagzeilen
Die Angreifer sollen vom Gelände der ehemaligen Firma "Topf & Söhne", das seit 2001 von linken Jugendlichen besetzt ist, gekommen sein. Das Gelände sorgt seit Monaten für Schlagzeilen: Ein Investor will die Industriebrache räumen lassen und dort Gewerbeflächen und Wohnungen bauen. Außerdem soll eine Gedenkstätte an die Rolle des Krematoriumsherstellers "Topf & Söhne" in der NS-Zeit erinnern. Versuche der Stadt Erfurt, den Besetzern eine alternative Unterkunft anzubieten, waren zu Jahresbeginn gescheitert.
Zuletzt aktualisiert: 08. März 2009, 17:11 Uhr
