Erfurt
Alter Jüdischer Friedhof wird rekonstruiert
1944 wurde er von den Nationalsozialisten zerstört - 65 Jahre später wird der Alte Jüdische Friedhof in Erfurt wiederhergestellt. Dazu hat die Stadt Erfurt eine Gedenkstele errichtet, die an die Geschichte des 1811 eröffneten Friedhofs erinnert.
Neben der Gedenkstele wurde auch die Grünanlage auf dem Gelände der Stadt in der Cyriakstraße neu gestaltet. Zudem sollen die 24 erhaltenen Grabsteine, die sich derzeit noch auf dem Neuen Jüdischen Friedhof befinden, saniert und an ihrem ursprünglichen Ort wieder aufgestellt werden. Doch dafür fehlen der jüdischen Landesgemeinde noch rund 5.000 Euro. Entscheidend sei jedoch, dass die jüdische Gemeinde den Alten Jüdischen Friedhof wieder habe, sagte Wolfgang Nossen, Vorsitzender der jüdischen Landesgemeinde. Es sei außerordentlich bedrückend gewesen, was dort über Jahrzehnte geschehen sei.
Eine wechselvolle Geschichte
Anfang des 19. Jahrhunderts durften Juden in Erfurt siedeln, 1811 erhielt die jüdische Gemeinde das Grundstück in der Cyriakstraße, das aber bald zu klein wurde. 1878 wurde der Neue Friedhof an der heutigen Thüringenhalle eröffnet. Während des Zweiten Weltkrieges zerstörten die Nationalsozialisten 1944 den Alten Jüdischen Friedhof. In den DDR-Zeiten standen auf dem Gelände Garagen für die Staatsanwaltschaft, die 2007 abgerissen wurden. Wie die Leiterin der Alten Synagoge in Erfurt, Ines Beese, erklärte, ist in all den Jahren die Totenruhe gestört worden. Nach dem jüdischen Religionsgesetz Halacha dürfen jüdische Gräber nicht angetastet werden. Nun habe man wieder einen Friedhof, an dem die "immerwährende Grabruhe" eingehalten werde, sagte Beese.
Zuletzt aktualisiert: 07. August 2009, 11:27 Uhr
