Familiendrama in Altenfeld Kirche bietet Zeit für Stille

Nach dem tödlichen Familiendrama in Altenfeld hat es am Sonntag eine Andacht geben. Die evangelische Kirche wollte damit den Menschen im Ort Halt und einen Raum zur Besinnung geben. Rund 50 Menschen hatten sich im Altenfelder Gotteshaus versammelt. Pfarrer Fred Klemm sprach den Angehörigen der Familie sein Beileid aus. "Sie brauchen jetzt viel Geduld, um alles zu verarbeiten", sagte er. Bei der Andacht wurden Bibeltexte zum Leiden Hiobs und Jesu gelesen.

Familie war Jugendamt seit Ende 2016 bekannt

Eine dunkel angestrichene kleine Kirche ist umgeben von grünen Bäumen.
Die Kirche in Altenfeld Bildrechte: MDR/Gesine Schultz

Bei dem Familiendrama im Ilm-Kreis hatte am Donnerstagmorgen ein Vater seine drei Jungen im Alter von einem bis vier Jahren niedergestochen. Ein dreijähriger Sohn kam mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus. Die 29-jährige Mutter fand ihre Söhne und den Mann im Haus der Familie. Die herbeigerufenen Retter hatten noch vergeblich versucht, die beiden schwerstverletzten Kinder zu reanimieren. Wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Erfurt MDR THÜRINGEN am Freitag sagte, verdichten sich die Indizien, dass sich die junge Frau vom Vater ihrer drei Kinder trennen und die Kinder mitnehmen wollte.

Die 29-Jährige war nach häuslicher Gewalt zwei Tage lang stationär behandelt worden. Das Jugendamt verteidigte seine Entscheidung, die Kinder während der beiden Tage beim Vater zu lassen. Bislang gebe es keine Anhaltspunkte dafür, dass der mutmaßliche Täter auch gegenüber den Kindern gewalttätig wurde. Am Freitag wurde gegen den 27-jährigen Deutschen Haftbefehl wegen zweifachen Mordes, Mordversuchs und gefährlicher Körperverletzung erlassen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Erfurt hat der Familienvater zum Tatgeschehen bisher geschwiegen. Die Gemeinde Altenfeld sagte angesichts der Bluttat die für kommende Woche geplante 525-Jahr-Feier ab.

Ilm-Kreis Zwei kleine Kinder in Altenfeld getötet

In Altenfeld soll ein Vater zwei seiner Söhne getötet haben. Polizei und Rettungswagen waren mit einem Großaufgebot am Tatort.

Großes Aufgebot von Polizei und Rettungswagen vor einem Wohnhaus
Tragödie in dem kleinen Ort Altenfeld: Ein Mann soll dort am Donnerstag seinen ein- und seinen vierjährigen Sohn erstochen haben. Bildrechte: MDR/Kathleen Sturm/Wichmann
Großes Aufgebot von Polizei und Rettungswagen vor einem Wohnhaus
Tragödie in dem kleinen Ort Altenfeld: Ein Mann soll dort am Donnerstag seinen ein- und seinen vierjährigen Sohn erstochen haben. Bildrechte: MDR/Kathleen Sturm/Wichmann
Ermittler und Polizisten stehen vor einem Wohnhaus
Ein weiterer dreijähriger Junge wurde schwer verletzt. Sein Zustand war nach einer Operation aber stabil, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Bildrechte: MDR/Kathleen Sturm/Wichmann
Ermittler ziehen weiße Schutzanzüge an
Der 27-jährige Tatverdächtige wurde vorläufig festgenommen. Er soll sich selbst verletzt haben und liegt im Krankenhaus. Bildrechte: MDR/Kathleen Sturm/Wichmann
Ermittler in weißem Schutzanzug gehen hintereinander eine Treppe zu einem Hauseingang hinauf
Die 29-jährige Mutter fand ihre Kinder und ihren Ehemann im Haus der Familie, als sie von einem Krankenhausaufenthalt zurückkam. Bildrechte: MDR/Kathleen Sturm/Wichmann
Polizei und Rettungswagen stehen vor einem Wohnhaus
Laut Staatsanwaltschaft soll der Mann am Dienstag seine Ehefrau geschlagen haben, weshalb sie in der Klinik behandelt werden musste. Bildrechte: MDR/Kathleen Sturm/Wichmann
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Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN - das Radio | Nachrichten | 18.06.2017 | ab 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2017, 19:17 Uhr

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