Kunsthaus Apolda Avantgarde
Das Kunsthaus in Apolda plant für 2018 unter anderem eine Warhol-Ausstellung. Bildrechte: MDR/Mayte Müller

Apolda Eine halbe Million Besucher im Kunsthaus Avantgarde

Das Kunsthaus Avantgarde in Apolda hat sich seit der Gründung 1995 einen Namen gemacht: Werke berühmter Künstler werden in der Kleinstadt gezeigt. Mittlerweile hat das Haus den 500.000. Besucher angezogen. Demnächst sind Ausstellungen mit Werken von Warhol und Miró geplant.

von Conny Mauroner

Kunsthaus Apolda Avantgarde
Das Kunsthaus in Apolda plant für 2018 unter anderem eine Warhol-Ausstellung. Bildrechte: MDR/Mayte Müller

Das Kunsthaus Avantgarde in Apolda hat seit seiner Gründung im Jahr 1995 eine halbe Million Besucher angezogen. In den vergangenen 22 Jahren hat sich das Haus dank seiner Ausstellungen auch überregional einen Namen gemacht. Leihgeber und Kuratoren aus ganz Deutschland sind mittlerweile auf die thüringische Kleinstadt aufmerksam geworden.

Angefangen hat die Kunsthaus-Geschichte mit einer ersten großen Ausstellung, die den Malern Max Liebermann und Lovis Corinth gewidmet war. 8.000 Besucher kamen damals. Doppelt so viele Gäste zog eine Dalí-Ausstellung an, die erste ihrer Art. Immer wieder holten die Veranstalter Ausstellungen namhafter Künstler ins Weimarer Land. Aristide Maillol, Karl Lagerfeld, Picasso und Camille Claudel wurden gefeiert. Neben Katalogen gab und gibt es bis heute umfangreiche Begleitprogramme mit Filmvorführungen, Lesungen und Vorträgen.

Thüringer Künstler und große Namen

Der Geschäftsführer des Kunsthausvereins "Avantgarde", Hans-Jürgen Giese, nennt viele Gründe für den Erfolg. Einer liege in der Struktur: Das Kunsthaus wird vom Verein, dem Landkreis Weimarer Land und der Stadt Apolda betrieben - und das, wie Giese sagt, "fern von Egoismus". Man verstehe es, Ausstellungen und Programme gemeinsam zu konzipieren. Es bestehe kein Konkurrenzdenken. Ziel aller Beteiligten sei es, Touristen in die Kreisstadt zu locken.

Das Kunsthaus sei außerdem flexibel und gehe mit dem Zeitgeist. Angefangen habe alles mit großen Ausstellungen zur klassischen Moderne, doch das Besucherverhalten habe sich geändert. Das Kunsthaus zeigt sowohl Bilder Thüringer Künstler, Werke der ganz Großen und seit 2011 auch Fotografien. Dies sei nicht immer auf Wohlwollen gestoßen, doch die Besucherzahlen zeigen nach Gieses Worten, dass Fotos ebenfalls auf großes Interesse stoßen. Ausstellungen wie die mit Bildern von Helmut Newton, Darstellungen von Marilyn Monroe oder die aktuelle Schau "Ikonen der Leinwand" lockten ein ganz anderes Publikum an. Die Resonanz gibt dem Konzept recht: Nach nur einer Woche "Ikonen der Leinwand" wurden schon mehr als 1.000 Gäste gezählt.

Warhol-Werke erst in New York, dann in Apolda

Dennoch werde sich das Kunsthaus nicht vor kleineren und vielleicht etwas schwierigeren Ausstellungen verschließen, so Giese. Fürs kommende Jahr sind bereits neue spektakuläre Ausstellungen geplant. Gezeigt werden unter anderem Bilder von Andy Warhol. Nur ein einziges Mal seien die bislang in Deutschland ausgestellt worden - das war in Rosenheim. Jetzt hängen sie in New York, danach Apolda. Die Kuratoren schätzten das Haus, die vielen kleinen Räume, die Atmosphäre, so Giese. Über die Jahre hinweg hat sich der Kunsthausverein ein Netzwerk an Leihgebern und Künstlern aufgebaut. Nur so sei es möglich, derart gefragte Werke zu zeigen. Auch Miró wird 2018 in Apolda zu sehen sein.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Zuletzt aktualisiert: 04. Oktober 2017, 14:50 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

Mehr aus der Region Weimar - Apolda - Sömmerda

Mehr aus Thüringen