Ein Auerhuhn fliegt im Wald.
Auf in die Freiheit: ein ausgewildertes Auerhuhn Bildrechte: MDR/ Jürgen Kolarzik

Ilm-Kreis Erneut Auerhühner ausgewildert

Klappe auf - Auerhuhn raus - und ab aus der Kiste in die Freiheit. Jetzt bleibt nur die Hoffnung, dass die Hühner und der Hahn sich in Thüringens Wäldern wohl fühlen. 200.000 Euro kostet das Programm. Nicht alle Tiere überleben.

 Ein Auerhuhn fliegt im Wald.
Auf in die Freiheit: ein ausgewildertes Auerhuhn Bildrechte: MDR/ Jürgen Kolarzik

Das Auerhuhn kehrt in die Wälder Thüringens zurück. Wie die Landesforstanstalt Thüringenforst am Mittwoch mitteilte, steigt die Zahl der seltenen Vögel seit anderthalb Jahren wieder an. Erstmals hätten sich ausgewilderte Tiere im Thüringer Wald fortgepflanzt.

Ein Mann steht im Wald hinter einer Holzkiste, er hat eine Klappe an einer Seite hochgezogen. Ein Auerhuhn flattert aus der Kiste
Jedes Jahr werden Auerhühner in Thüringen freigelassen. Bildrechte: MDR/ Jürgen Kolarzik

Thüringenforst möchte nach eigenen Angaben bis zum Jahr 2023 wieder eine stabile Auerhuhn-Population von etwa 100 Tieren etablieren. Dazu werden seit einigen Jahren Jungtiere in der Zuchtstation aufgezogen, um sie dann in die Freiheit zu entlassen. Außerdem wurden im Frühjahr neun schwedische Auerhennen in Thüringen ausgewildert. Sie gelten als robuster und sollen helfen, die genetische Vielfalt der bedrohten Art zu vergrößern. Am Mittwoch wurden drei weitere Auerhühner und ein Hahn ausgewildert.

Im Rahmen des Schutzprogramms wurden seit 2012 insgesamt rund 300 Tiere ausgewildert. Die meisten fielen natürlichen Feinden, wie Fuchs, Marder, Wildschwein und auch Habicht, zum Opfer. Zurzeit wird die Population auf etwa 35 Tiere geschätzt. Mehrfach konnten laut Thüringenforst bereits Wildbruten nachgewiesen werden.

Die Vögel standen 2010 kurz vor dem Aussterben in Thüringen. Seitdem werden Wildfänge aus Schweden und Aufzuchten in Naturschutzgebieten im Land ausgesetzt. Nach Einschätzung von Experten dürfte sich die Ausgangspopulation, die vor anderthalb Jahren ausgesetzt wurde, mittlerweile verdreifacht haben. Seit 2010 kostet es pro Jahr rund 200.000 Euro, um die Artenvielfalt auf diese Weise zu erhalten.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachmittag | 30.08.2017 | ab 15:00 Uhr

Quelle: MDR THÜRINGEN

Zuletzt aktualisiert: 31. August 2017, 17:56 Uhr

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3 Kommentare

01.09.2017 12:10 Graf von Henneberg 3

Nun, lieber Kümmelspalter, die Schonzeit gilt in Deutschland. aber z.B. in Schweden oder Rußland wird der fasanenartige Hühnervogel bejagt (um die 1.500 €/Stück). Noch mehr Lust auf hälftige Informationen?

01.09.2017 08:45 @ 31.08.2017 14:11 Graf von Henneberg 2

Stimmt. Aber mit ganzjähriger Schonzeit. Nicht immer nur halb informieren.

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