Mitte/West-Thüringen

Nach dem Erdrutsch : Land sagt Tiefenort schnelle Hilfe zu

Thüringens Landesregierung hat unbürokratische Hilfe für die Opfer des sogenannten Erdfalls in Tiefenort zugesagt. Die 13 Menschen, die ihre Häuser räumen mussten, könnten unter anderem mit günstigen Baudarlehen rechnen, kündigte Regierungssprecher Peter Zimmermann am Dienstag an. Im Rahmen der Thüringer Wohnungsbauförderung seien die Kredite zu "extrem günstigen Konditionen" möglich. Zuvor müssten aber rechtliche Fragen geklärt werden.

"Uns liegen noch nicht alle Unterlagen vor", sagte Zimmermann. Wenn etwa eine Versicherung für den Schaden aufkomme, sei der Staat nicht mehr gefragt. Thüringens Sozialministerin Heike Taubert verwies darauf, dass etwa in ihrer eigenen zu DDR-Zeiten abgeschlossenen Versicherung der so genannte Erdfall berücksichtigt gewesen und diese Regelung nach der Wende fortgeschrieben worden sei.

Tiefenorts Bürgermeister Hans-Georg Hüther hatte zuvor klare Hilfszusagen vom Land gefordert. "Die Familien, die ihre Häuser aufgegeben haben, brauchen jetzt Planungssicherheit." Im Moment seien sie bei Verwandten und in Wohnungen der Gemeinden untergebracht und suchten nach Perspektiven. Die Prüfung der rechtlichen Fragen werde wohl noch dauern: "Aber wir können doch helfen, bevor die Klärung abgeschlossen ist."

Aufruf zu Spendenaktion

Zwei Euro werden in eine Spendendose gesteckt.
Aufruf zu Spenden

Unterdessen haben der Landrat des Wartburgkreises, Reinhard Krebs, und Tiefenorts Bürgermeister Hans-Georg Hüther (beide CDU) gemeinsam mit lokalen und regionalen Medien zu einer Spendenaktion für die obdachlos gewordenen Anwohner aufgerufen.

"Die Betroffenen müssen spüren, dass sie nicht allein gelassen werden", sagte Krebs. Die von der Landesregierung angekündigten Hilfsmaßnahmen seien bei weitem nicht ausreichend. Für den 6. März lud Krebs zu einer Benefiz-Veranstaltung in die Tiefenorter Kirche ein, um deren Erlös zu spenden.

Angeblich natürliche Ursache

Ende Januar hatte sich in Tiefenort urplötzlich ein zwei Meter tiefes und etwa 50 Meter breites Loch gebildet. Fünf Häuser in der 4.000-Einwohner-Gemeinde im Wartburgkreis sind nicht mehr bewohnbar. Geologen zufolge hat der Erdfall eine natürliche Ursache und geht nicht auf den Bergbau zurück. Demnach entstand der Hohlraum durch eine natürliche Auswaschung im Boden.

In der Gegend war früher vor allem Kalibergbau betrieben worden. Bereits vor acht Jahren hatte die Erde dort nachgegeben, woraufhin versucht worden war, die Risikozone mit hunderten Kubikmetern Beton und Kies zu sichern.

Zuletzt aktualisiert: 17. Februar 2010, 20:05 Uhr

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