Mitte/West-Thüringen

Nach Erdfall : Kein Geld von Versicherung für Betroffene in Tiefenort

Nach dem Erdfall in Tiefenort gibt es offenbar Streit um Versicherungsleistungen. Wie die Thüringer Linksfraktion mitteilte, wollen die Versicherungen kein Geld an die 13 Betroffenen zahlen. Der Abgeordnete Tilo Kummer sagte, die Assekuranzen würden darauf verweisen, dass die Häuser noch stehen.

Nach Information der Linken bezweifeln die Versicherungsgesellschaften zudem eine natürliche Ursache des Unglücks, da vor einigen Jahren eine Betonplombe in den Untergrund eingebracht worden sei. Die Linke fordert das Land auf, in Haftung zu gehen, wenn der frühere Bergbau der Region Grund für das Unglück sei. Nach Auffassung der Linken weisen einige Indizien darauf hin. Zudem seien den Betroffenen keine langjährigen Prozesse zuzumuten. Kummer sagte, deshalb müsse das Land schnell Abhilfe schaffen.

Die Landesregierung wies diese Forderung mit der Begründung zurück, dass das Land nicht für alle Belange haften könne. Das Umweltministerium habe 10.000 Euro Soforthilfe für jeden Betroffenen gezahlt. Umweltminister Jürgen Reinholz sagte, sein Ministerium habe das Geld für die 13 Hausbewohner am Mittwoch angewiesen. Zudem erneuerte Reinholz seine Angebote zur Förderung von Mietwohnungen, beim Privathausbau und beim Abriss.

Bei dem Erdfall Ende Januar hatte sich neben einer Straße in Tiefenort ein zwei Meter tiefer Krater gebildet - 13 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Experten erklärten fünf Häuser im Umkreis des Erdfalls für unbewohnbar.

Erdfall nicht das erste Mal

Erstmals war in Tiefenort vor acht Jahren die Erde abgesackt. Obwohl die entstandenen Löcher seither mit Beton und Kies verfüllt wurden, rutschte die Erde immer wieder nach. Nachdem die Behörden vor Jahren Entwarnung gegeben hatten, erklärten sie nun ein Gebiet mit einem Durchmesser von 50 Metern zur "akuten Risikozone". Den Grund für die Erdbewegungen sehen die Experten nicht im früheren Bergbau, sondern in geologischen Veränderungen im Boden. Demnach werden Salze und Karbonate ausgespült und die Erde gibt nach.

Zuletzt aktualisiert: 26. März 2010, 15:05 Uhr

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