Neue Untersuchungsergebnisse Spekulationen um Atomsprengsätze im Jonastal

Ein Hobbyforscher aus Chemnitz vermutet, dass im Jonastal westlich von Arnstadt nicht-zündfähige Atombomben lagern.

Farbige 3D-Darstellung eines unterirdischen Geländes mit hohen spitzbogigen Kavernen
3D-Visualisierung des Untergrunds Bildrechte: MDR/Daniel Baumbach

Der pensionierte Ingenieur Peter Lohr sagte, bei einer Bodenradarmessung sei er auf Stollen gestoßen, in denen bombenähnliche Gegenstände lägen. Die Strukturen passten zum Aufbau von Atombomben mit Isolierschichten und einem eckigen Heck, vergleichbar mit dem amerikanischen Modell "Fat Man". Lohr ist deshalb ziemlich sicher, dass er "die deutsche Atombombe" gefunden hat. Die Messdaten, die er neu aufbereitet hat, stammen aus dem Jahr 2012.

Röntgenähnliches Bild, auf das mit gelben Linien Umrisse eines vermuteten technischen Geräts gezeichnet sind
Vermuteter Bombenkörper Bildrechte: MDR/Daniel Baumbach

Mit einem speziellen Radargerät, das besonders tief in den Boden hineinreiche, habe er in 12 bis 14 Metern Tiefe fünf ehemalige Stollen mit fünf solcher Bomben entdeckt. Seine Vermutung: Es sind deutsche Atombomben, die in der Schlussphase des Krieges versteckt und nie gefunden worden seien. Da die Bomben keine Zünder hätten, drohe keine unmittelbare Explosionsgefahr. Doch hochangereichertes Uran oder Plutonium könnten das Grundwasser verseuchen.

Kampfmittelräumer zweifelt Messmethode an

Allerdings zweifeln Experten die Untersuchungen an. Ein Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsunternehmens Tauber sagte MDR THÜRINGEN, Bodenradaranalysen bis in eine Tiefe von zwölf oder mehr Metern seien nicht realistisch. Lohr widerspricht und bietet an, seine Technik bei gemeinsamen Messungen unter Beweis zu stellen. Seiner Meinung nach sind Messungen bis in rund 25 Meter Tiefe möglich. Mittlerweile ist auch das Ordnungsamt Arnstadt eingeschaltet. Die Behörde fordert jetzt die Herausgabe der genauen, vermeintlichen Fundkoordinaten, um weitere Untersuchungen zu ermöglichen.

Mann steht mit Laptop und Messtechnik im Gelände
Lohr mit seiner Messtechnik Bildrechte: MDR/Daniel Baumbach

In den vergangenen Jahren gab es mehrfach Vermutungen von Atomtests zum Ende der NS-Zeit etwa auf dem benachbarten Truppenübungsplatz Ohrdruf, was sich aber nicht bestätigte.

Atomforschung in Stadtilm zum Kriegsende

Bekannt ist nur, dass in den letzten Kriegsmonaten ein Atomforschungslabor ins nicht weit entfernte Stadtilm in ein Schulgebäude verlegt worden war. Seit Jahren ist das Jonastal im Visier von Hobbyforschern, die immer wieder versuchen, mit legalen und illegalen Grabungen Atombomben, militärische Einrichtungen oder auch das legendäre Bernsteinzimmer aufzuspüren. Auch sie leben nicht ungefährlich: So hatte zuletzt die Feuerwehr im Mai vergangenen Jahres zwei Hobbykletterer aus einem engen Schacht befreit.

Zuletzt aktualisiert: 10. Mai 2016, 21:33 Uhr

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25 Kommentare

12.05.2016 21:33 Andrea 25

Weiterhin bin ich bei meiner Recherche auf ein pdf-File vom Max-Planck-Institut aus dem Jahr 2005 gestoßen, das auch einen weiteren Fakt liefert:

[... Externer Link verstößt gg. die Netiquette und wird verborgen, Anm. d. Red.]

Buch bietet Überraschungen
Und doch hat das neue Buch den Berliner Physiker in vielen Punkten überrascht. "Neu für mich war, dass es im Süden von Berlin einen Kernreaktor gegeben hat", ergänzt er. Heutige Bodenproben auf diesem Gelände ließen darauf schließen, dass dort eine Kernspaltung stattgefunden habe: "Das zeigt, dass doch mehr spaltbares Material und Kenntnisse vorhanden waren, als bislang angenommen."

12.05.2016 21:21 Andrea 24

[... mehrere Absätze nicht freigegeben]
Zitate sind nur über eine Länge von wenigen Sätzen hilfreich. Wer den ganzen Artikel lesen möchte, kann ihn gern über Ihre Angaben suchen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre MDR.DE-Redaktion

12.05.2016 21:18 Andrea 23

@ all
Hier noch mehr aus diesem Artiel von t-online fuer euch:
""Die Suche nach Hitlers Bombe"
"Sulzer und sein Team recherchieren für eine ZDF-Dokumentation mit dem Arbeitstitel "Die Suche nach Hitlers Bombe", wie das ZDF mitteilt. Sie suchen nach unterirdischen Anlagen, die der Produktion von Geheimwaffen gedient haben sollen. Nun stieß das Team auf einen bisher unbekannten Eingangsbereich."
"Wurde hier an der Atombombe gebastelt?"
"Die Nazis haben sich offenbar größte Mühe gegeben, den nun entdeckten Eingang zu verstecken. Das Team, das auch aus Historikern und anderen Wissenschaftlern besteht, konnte jedoch aus Geheimdienstdokumenten und Zeugenaussagen Informationen darüber zusammentragen. Einige Dokumente würden zudem darauf hindeuten, dass dort auch Atomforschung betrieben wurde. Bastelten die Nazis hier an der Atombombe?"
"Erstmals ausgewertete "Wagenkontrollbücher" belegen, dass in den letzten Kriegsmonaten Hunderte von Zügen der Reichsbahn nach Gusen geschickt wurden."

12.05.2016 21:11 Andrea 22

@ all
Hier mal mehr fuer euch ueber diese mögliche Kernwaffenfabrik der ehemaligen Nazis in Österreich bei t-online:
t-online: Geheimer Bunker entdeckt: Bastelten die Nazis hier an der Atombombe? (31.12.2014, 14:43 Uhr)
"Im Auftrag des Senders forscht er nach einem Tunnelsystem, das in der Nähe des Ortes St. Georgen an der Gusen in Oberösterreich liegen soll."
"Das unterirdische Labyrinth soll damit nahe der bereits bekannten Untergrundfabrik "B8 Bergkristall" liegen, wo der erste einsatzfähige Kampfjet "Messerschmitt ME262" gebaut wurde. Der Filmemacher vermutet, dass zwischen den beiden Fabriken eine Verbindung besteht. Die Entdeckung legt die Vermutung nahe, dass "B8 Bergkristall" weitaus größer war als bisher bekannt."
Was ist, wenn da doch in Österreich A-Bomben der Nazis gebaut und diese dann ins Jonastal gebracht wurden?? So ganz abwegig ist dass nicht mehr!! Denn wenn ich mir hier die gezeigten Grafiken angucke, dann sehen die auch fuer mich etwas sehr merkwuerdig aus...

12.05.2016 21:11 werner 21

@19 (Hubert) - Eine Rolle Aluminiumfolie in der Schublade hat noch keinem Opportunisten geschadet, die Zeiten können sich ändern und jeder könnte sagen, ich habe denn Aluhut zuerst gezwirbelt! :-)

12.05.2016 21:06 Andrea 20

Also ich sage dazu mal, dass diese Sache zwar einerseits wirklich merkwuerdig anmutet. Aber: ich habe in der Sache mal weiter recherchiert und bin dazu auf diverse Querberichte von anderen Zeitungen gestoßen, bei denen es ebenfalls auffällige Berichte gibt ueber einen möglichen Kernwaffentest in Ohrdruf! Einen weiteren Bericht ueber einen geheimen Bunker in dem tatsächlich wohl mal eine Uranfabrik der ehemaligen Nazis war, ist in Österreich entdeckt worden. Das berichtet t-online:

t-online: Geheimer Bunker entdeckt (31.12.2014, 14:43 Uhr)

"Ein Filmteam ist in Österreich offenbar auf eine bisher unentdeckte unterirdische Waffenfabrik aus dem Dritten Reich gestoßen. Nun wird darüber spekuliert, ob die Nazis unter Adolf Hitler darin an der Atombombe gebastelt haben."

"Es könnte sich um die "größte geheime Waffenfabrik des Dritten Reiches" handeln, sagt der Linzer Filmemacher Andreas Sulzer dem ZDF."

12.05.2016 20:09 Hubert 19

@18 werner 12.05.2016 18:01 - Jetzt, wo du mich mit deinem Beitrag 18 geradezu mit der Nase draufstupst, gebe ich zu, dein Beitrag 1 nicht richtig und auch nicht wohlwollend gelesen zu haben. Ich bitte um Verzeihung, ich habe falsch gehandelt. Aufklärung, um Verschwörungtheorien vorzubeugen ist notwendig. Echte Aluhutträger lassen sich allerdings nicht beeindrucken. - Nochmal, bitte verzeihe mir.

12.05.2016 18:01 werner 18

Nr.12 (Hubert) - Ihr Zitat :"Spekulationen um Atomsprengsätze im Jonastal" - Die Beiträge von 1 bis 7 und 9 bis 11 versuchen, eine Spekulation in Wahrheit umzudichten." Zitat ende. Ich habe den ersten Kommentar geschrieben deshalb meine Frage: Wo lesen Sie aus meinen Worten eine Spekulation heraus, etwa wenn ich sage, man sollte einem fundierten Verdacht nachgehen wie in anderen Fällen auch um gerade Verschwörungstheorien zu verhindern(?)und zweitens mit welchen Worten habe ich etwas in meinem Kommentar umgedichtet ?

12.05.2016 17:34 E. Wildenberger 17

ja das sind doch eh nur alles Spinner oder Märchenerzähler wird dann in den Raum geworfen, aber ich gehe noch einen schritt weiter obgleich ich den H. Lohr nicht für ernst nehme aber auch der hat ein Pünktchen Wahrheit gefunden denn die beiden A-Bomben auf Hiroschima u. Nagasaki hat der Amy aus dem Jonastal dort wurden die zusammengebaut.
Und noch etwas BIII entspricht drei Großstädte in Deutschland in deren Mitte jeweils eine zündfähige versteckt ist das beinhaltet den Befehl Verbrannte Erde der von A. Hitler auch befohlen wurde nur die Deutschen können froh sein das selbst die SS angst vor den Atombomben hatten und den Befehl nicht ausführten.
Alles was die Amys über deren angebliche A-Bomben erzählt ist nichts anderes als eine fette Lüge.

12.05.2016 16:59 Henry Hatt 16

Die Amerikaner halten keine Jonastal-Unterlagen unter Verschluss. Das sind haltlose Gerüchte, die leider immer wieder die Runde machen. Ein Besuch im National Archives in Washington DC wird die Verschwörungstheoretiker eines Besseren belehren.