Mitte/West-Thüringen

Solarkrise : Bosch Solar stellt Produktion in Erfurt ein

Das Thüringer Solarunternehmen Bosch Solar wird sein Erfurter Solar-Werk zum Jahresende schließen. Sprecherin Heide Traemann sagte dem MDR THÜRINGEN, die derzeit in Erfurt stattfindende Produktion von Silizium-Dünnschicht-Modulen müsse aufgegeben werden. Es gebe für diese Technik keine Zukunftsperspektiven mehr.

Dünnschicht-Module mit Silizium rechnen sich nicht

Traemann begründete die Entscheidung mit der angespannten Situation in der Branche, die unter der Überproduktion in China leide. Außerdem würden Dünnfilm-Module vor allem in großen Solarparks verwendet. Diese fördere der Staat kaum noch. Deshalb konzentriere man sich auf kristalline Solarzellen, die am Hauptstandort in Arnstadt hergestellt werden. Dort arbeiten fast 2.500 Bosch-Solar-Mitarbeiter.

An der Fertigung von Dünnfilm-Modulen wolle das Unternehmen jedoch festhalten. Diese werden in Brandenburg an der Havel produziert.

Situation für Mitarbeiter unsicher

Die 130 Mitarbeiter am Standort Erfurt seien am vergangenen Mittwoch informiert werden. Ihnen würden jetzt Arbeitsplätze innerhalb des Konzerns angeboten. Außerdem werde eng mit der Agentur für Arbeit zusammengearbeitet. Bei den Erfurter Angestellten handelt es sich Traemann zufolge um feste Mitarbeiter, da das Werk bereits seit Jahren Bestand hat.

Noch im Juni hatte Bosch Solar verkündet, dass an beiden Thüringer Standorten trotz Branchenkrise an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr gearbeitet werde und die Kapazitäten voll ausgelastet seinen. Zeitgleich wurde bekannt, dass sich das Unternehmen in diesem Jahr bereits von mindestens 55 Mitarbeitern trennen musste. Außerdem würden viele befristete Verträge nicht verlängert. In diesem Jahr enden bei Bosch Solar Energy noch rund 300 befristete Arbeitsverträge.

Die Bosch-Sparte Solar Energy liefert Solarzellen und -module. Außerdem konzipiert und errichtet sie Solarparks. Bosch Solar war 1997 als ErSol Solarstorm GmbH gegründet worden. 2001 wurde es in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und firmiert als Solar Energy AG. Die Zentrale der Solar-Sparte Boschs sitzt in Arnstadt. Zuletzt waren in dem Geschäftsbereich insgesamt rund 3.500 Mitarbeiter tätig.

Zuletzt aktualisiert: 25. August 2012, 21:29 Uhr

3. Ein Wolfner:
Und der Nächste der sich zurück zieht. Fürs tätige Volk nicht gerad schön !!!!!!!!!!! Mann kann es kaum glauben was eine falsche Politik bzw. falsche Subventionsmaßnahmen für Folgen haben. Und das sterben wird weiter gehen. Wie immer, Schade um die "Kleinen Leute".
25.08.2012
16:35 Uhr
2. MDR.DE-Redaktion:
@Janik Reitel: Sie haben recht. Bosch Solar bestätigte uns, dass von einem generellen Ausstieg aus der Dünnschicht-Technologie nicht die Rede sein kann. Wir haben den Artikel nun aktualisiert. Viele Grüße die MDR.DE-Redaktion
25.08.2012
15:51 Uhr
1. Janik Reitel:
Die Aussage der Thüringer Allgemeine, dass Bosch aus der Dünnschicht-Technologie aussteigt ist so nicht richtig. Die 100%ige Tochter CISTech GmbH in Brandenburg an der Havel entwickelt die CIGS Dünnschicht Technologie weiterhin. Der Rückzug bezieht sich damit lediglich auf die Fertigung.
25.08.2012
13:23 Uhr

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Dünnschicht-Module mit Silizium

Dünnschicht-Module beinhalten im Vergleich zu herkömmlichen Solarzellen eine dünnere Silizium-Schicht, was Materialaufwand, Gewicht und Kosten senkt. Zudem lassen sich diese dünnen Module großflächig und einfacher herstellen. Nachteil dieser Module ist, dass die dünne Solarschicht eine geringere Lichtausbeute bringt als andere Modelle. Damit besitzen sie einen geringeren Wirkungsgrad. Außerdem gelten sie als etwas störanfälliger und weniger langlebig.

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