Buchenwald Millionen Dokumente für KZ-Gedenkstätte

Die KZ-Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar erhält Zugang zu mehr als zwei Millionen Dokumenten über ehemalige Insassen. Dabei handelt es sich um digitale Kopien aus dem Archiv des International Tracing Service (ITS). Der ITS ist ein Archiv und Dokumentationszentrum, das rund vier Millionen Dokumente aus verschiedenen Konzentrationslagern verwahrt. Diese wurden von den Alliierten nach der Befreiung der Lager gesichert.

Stellvertretenden Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Rikola-Gunnar Lüttgenau.
Rikola-Gunnar Lüttgenau Bildrechte: dpa

Rikola-Gunnar Lüttgenau, stellvertretender Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, sagte, die Veröffentlichung komme einer Revolution gleich. "Den Familien können wir jetzt wesentlich besser bei ihren Anfragen helfen. Auch für biographische und gruppenspezifische Forschungen haben wir nun ganz andere Optionen", so Lüttgenau. Bei den digitalisierten Kopien handelt es sich vorwiegend um Dokumente zu Einzelschicksalen, wie etwa Häftlingspersonalkarten, aber auch zur Organisation der Lager. Laut ITS soll es mit den digitalen Kopien allen KZ-Gedenkstätten möglich gemacht werden, Lücken in ihren Datenbanken zu schließen. Außerdem werde Betroffenen und Angehörigen so der Zugang auf breiter Basis ermöglicht. Persönlichkeitsrechte blieben gewahrt, das sei vertraglich mit den Gedenkstätten vereinbart.

Die Aufsicht des ITS obliegt einem Internationalen Ausschuss mit Vertretern aus elf Mitgliedstaaten. Seit 2013 sind die Originaldokumente des Archivs Teil des UNESCO-Weltdokumentenerbes "Memory of the World".

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN - das Radio | Nachrichten | 06.07.2017 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Juli 2017, 11:54 Uhr

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