Busstreit Gotha Steinbrück muss Technik an RVG zurückgeben, macht es aber erstmal nicht

Der Gothaer Busstreit geht in die nächste Runde: Das Landgericht Erfurt hat am Donnerstag entschieden, dass das Busunternehmen Steinbrück dazu verpflichtet wird, die gesamte Kassentechnik an die Regionale Verkehrsgemeinschaft Gotha (RVG) herauszugeben. Steinbrück kündigte wiederum am Freitag bei MDR THÜRINGEN an, dieses Urteil anzufechten. Deswegen werde er die Kassen vorerst nicht übergeben.

Vor parkenden Bussen stehen Menschen mit Plakaten. Ein  Mann mit grauen Haaren und Schlips steht am linken Bildrand im Vordergrund.
Steinbrück und seine Unterstützer vor dem Landtag Bildrechte: MDR/Matthias Thüsing

Die mittlerweile insolvente RVG hält die Konzessionen für den öffentlichen Nahverkehr im Kreis Gotha. Insolvenzverwalter Rolf Rombach hat Steinbrück gekündigt, was der Unternehmer nicht anerkennt. Das Landgericht hatte am Donnerstag zudem eine Klage Steinbrücks gegen die Eröffnung des Insolvenzverfahrens über die RVG abgewiesen.

Rombach bezeichnete die Entscheidung als "wichtiges Urteil". Der Insolvenzverwalter hat in zwei Gutachten dargelegt, dass die RVG mit mehr als einer Million Euro überschuldet sei. Steinbrück bestreitet das und will deswegen auch das zweite Urteil des Landgerichts vom Donnerstag anfechten. Steinbrück sagte, er gehe weiter davon aus, dass die Insolvenz des Nahverkehrsunternehmens in "betrügerischer Art und Weise" geschah. Erst in dieser Woche habe er der Staatsanwaltschaft Erfurt neues Material dazu übergeben. Die Unterlagen würden belegen, dass die RVG zum Jahresende 2017 einen Überschuss von mehr als einer Million Euro ausweisen werde.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN - das Radio | Nachrichten | 14.07.2017 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Juli 2017, 12:52 Uhr

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3 Kommentare

15.07.2017 10:55 Gothaer 3

Hoffentlich hat das Theater bald ein Ende. Seit nunmehr 6,5 Monaten quälen sich die doppelten Busse durch die eh oft verstopfte Stadt und über Land.

Es ist ersichtlich, dass im Stadtverkehr der Anteil der Schwarzfahrer in den Steinbrück Bussen permanent steigt. Sind sich die Typen doch sicher, dass hier nie kontrolliert wird.

Selbstbedienungsladen ÖPNV Gotha. Der Dumme ist derjenige, der sich an die Regeln hält und noch Fahrscheine kauft.

14.07.2017 15:11 Mitfahrer 2

Wo kommt denn dann die mehr als eine Million Euro überschuldung her es ist doch angeblich noch gar kein Geld geflossen.
Kann das nicht mal bei der RVG nachgefragt und berichtet werden da waren wohl doch höhere Ausgaben in den letzen 6 Monaten zu Buche gestanden als ständig Erzählt wird .

Auserdem MDR stimmt in der Historie des Busstreits das Datum nicht es steht 14.6 und nicht 14.7.

[Anm. d. Red.: Wir haben das Datum geändert, danke für den Hinweis.]

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