Erfurt Museum zeigt seltene Cranach-Gemälde

Das Erfurter Angermuseum präsentiert seit 25. März selten gezeigte Cranach-Gemälde. Die Schau trägt den Titel "Cranach vor und nach der Reformation". Sie zeigt, wie sich zu Beginn des 16. Jahrhunderts das Schaffen Lucas Cranachs d. Ä. in Stil und Motiven wandelte.

Gemälde "Madonna mit Kirschen" von Kranach
Die Madonna ohne Heiligenschein Bildrechte: Angermuseum

Auf Anhieb allerdings fallen die Unterschiede wohl nur wirklichen Kennern auf. Sie bestehen nämlich oft nur in Details. So ist zum Beispiel ein kleines Madonnen-Gemälde zu sehen - ohne Heiligenschein, weil der Reformator und Ideengeber Martin Luther die Heiligen-Verehrung ablehnte. Quasi als Hilfestellung für laienhafte Betrachter wird daher jedes Kunstwerk der Schau von Texttafeln flankiert.

Insgesamt 22 Cranach-Werke umfasst die Erfurter Ausstellung. Zwölf davon waren schon im Angermuseum, die anderen zehn hingegen nicht. Die betreffenden Gemälde sind Dauerleihgaben zweier Privatleute. Zu deren Namen und Nationalität wollte sich die Museumsleitung nicht äußern. Auch zum Wert der angeblich kostenlos zur Verfügung gestellten Werke gibt es keine Auskunft. 

Der Wittenberger Lucas Cranach der Ältere war einer der herausragendsten deutschen Maler und Grafiker der Renaissance. Zu Zeiten der Reformation war er einer ihrer wichtigsten Bildgeber. Mit Gemälden, Grafiken und Drucken transportierte er die Ideen der Reformation - und verdiente ein Vermögen. Die Ausstellung im Angermuseum ist bis zum 25. Juni 2017 zu sehen.

Gemälde "Die Legende der heiligen Barbara" von Cranach
"Die Legende der heiligen Barbara" Bildrechte: Christoph Schmidt/Angermuseum

Zuletzt aktualisiert: 29. März 2017, 20:09 Uhr

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