Prozess um "Animal Hoarding" : Gutachten soll Schuldfähigkeit von Angeklagter klären
Knapp ein Jahr nach der Rettung von 125 verwahrlosten Hunden in Berka-Vitzeroda ist der Gerichtsprozess gegen die frühere Halterin vor dem Amtsgericht Eisenach vorerst geplatzt. Der Verteidiger stellte während der Verhandlung am Freitag den Antrag, die Schuldfähigkeit der 49-Jahre alten Angeklagten überprüfen zu lassen. Der Frau wird vorgeworfen, gegen das Tierschutzgesetzt verstoßen zu haben.
Das Gericht ließ den Antrag zu, da die Frau bereits früher mit psychischen Problemen zu kämpfen gehabt habe. Das beantragte Gutachten dauert laut Gericht so lange, dass die Fristen zur Fortsetzung der Verhandlung nicht eingehalten werden können. Der Prozess muss neu angesetzt werden.
Die Angeklagte sagte vor Gericht, sie habe die Tiere im schlechten Zustand von einem Mann übernommen. Den Namen des Mannes wolle sie nicht nennen. Sie könne nichts für den Zustand der Tiere, sie habe sich immer um sie gekümmert.
Im November 2011 waren die Hunde der Frau vom Veterinäramt des Wartburgkreises weggenommen worden. Nach Schilderungen des Vereins "Aktion Tier" hätten die Tiere auf einem ehemaligen Kasernengelände zwischen Sperrmüll, Kot und verwesenden Schlachtabfällen zum Teil im Dunkeln hausen müssen. Die Hunde kamen später in Tierheimen unter, der Frau wurde das Halten von Tieren verboten. Tierschützer sprachen von einem Fall des "Animal Hoarding", dem krankhaften Sammeln und Horten von Tieren.
1 Kommentar
Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen.
Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.
