Bundestagswahl in Thüringen Linke besonders in den Städten stark

Der Bundestagsabgeordnete der CDU und Direktkandidat im Wahlkreis 191 Kyffhäuserkreis-Landkreis Sömmerda-Weimarer Land I Johannes Selle
Johannes Selle Bildrechte: privat

Mittelthüringen bestätigt weitgehend das Ergebnis der gesamten Bundestagswahlen: CDU, Linke, SPD und Grüne mussten deutliche Verluste hinnehmen. Die AfD errang rund 19 Prozent der Stimmen und war damit nicht ganz so stark wie in anderen Teilen Thüringens. Das lag an den Städten Erfurt, Jena und Weimar. Dort sind vor allem die Linken und auch die Grünen seit Jahren stärker als im ländlich geprägten Umland.

Antje Tillmann, finanzpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
Antje Tillmann Bildrechte: Michaela Voigt

In beiden Wahlkreisen, 191 und 193, gewannen die CDU-Kandidaten das Direktmandat: Johannes Selle erhielt im Wahlkreis 191 (Jena - Sömmerda - Weimarer Land I) 29,4 Prozent der Wählerstimmen. Dort konnte die Alternative für Deutschland mit 19,9 Prozent punkten. CDU-Kandidatin Antje Tillmann erreichte im mehr städtisch geprägten Wahlkreis 193 (Erfurt - Weimar - Weimarer Land II) 27,3 Prozent. Dort landete die Linke mit 19,4 Prozent knapp vor der AfD mit 18,2 Prozent auf dem zweiten Platz. Die Wahlbeteiligung in Erfurt, Weimar, Jena und den Landkreisen Sömmerda und Weimarer Land lag mit gut 75 Prozent deutlich höher als vor vier Jahren.

Wahlbeteiligung in Thüringer Wahlkreisen

Altenburger Land77 Altenburger LandZweitstimmeStand: 117 von 117 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 72,1 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige28,916,112,327,52,37,65,3Greiz76 GreizZweitstimmeStand: 182 von 182 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 76,0 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige30,215,711,325,62,88,65,8Saale-Orla-Kreis75 Saale-Orla-KreisZweitstimmeStand: 172 von 172 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 75,2 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige28,516,512,226,52,77,26,3Saale-Holzland-Kreis74 Saale-Holzland-KreisZweitstimmeStand: 173 von 173 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 76,9 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige30,016,911,723,53,38,56,2Saalfeld-Rudolstadt73 Saalfeld-RudolstadtZweitstimmeStand: 169 von 169 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 73,5 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige26,416,412,227,03,17,67,4Sonneberg72 SonnebergZweitstimmeStand: 92 von 92 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 70,8 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige29,716,113,325,62,86,65,8Weimarer Land71 Weimarer LandZweitstimmeStand: 156 von 156 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 76,4 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige31,314,411,623,73,68,56,9Ilm-Kreis70 Ilm-KreisZweitstimmeStand: 137 von 137 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 76,1 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige26,815,913,425,04,17,87,0Hildburghausen69 HildburghausenZweitstimmeStand: 116 von 116 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 73,6 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige30,116,113,125,22,96,36,3Sömmerda68 SömmerdaZweitstimmeStand: 113 von 113 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 73,5 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige29,816,311,924,22,97,77,1Gotha67 GothaZweitstimmeStand: 161 von 161 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 73,5 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige28,715,514,523,23,47,67,1Schmalkalden-Meiningen66 Schmalkalden-MeiningenZweitstimmeStand: 171 von 171 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 73,1 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige32,015,914,021,63,66,86,1Kyffhäuserkreis65 KyffhäuserkreisZweitstimmeStand: 122 von 122 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 71,7 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige26,018,614,625,02,47,26,2Unstrut-Hainich-Kreis64 Unstrut-Hainich-KreisZweitstimmeStand: 129 von 129 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 71,7 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige30,614,914,423,23,27,85,8Wartburgkreis63 WartburgkreisZweitstimmeStand: 184 von 184 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 74,8 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige31,115,414,322,53,36,66,9Nordhausen62 NordhausenZweitstimmeStand: 118 von 118 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 70,0 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige28,017,516,521,13,57,16,2Eichsfeld61 EichsfeldZweitstimmeStand: 154 von 154 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 76,8 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige43,99,211,318,23,38,55,7Eisenach56 EisenachZweitstimmeStand: 48 von 48 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 73,0 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige25,318,115,019,04,87,610,2Weimar55 WeimarZweitstimmeStand: 71 von 71 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 75,9 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige25,719,313,816,19,98,56,8Suhl54 SuhlZweitstimmeStand: 34 von 34 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 71,7 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige25,723,313,219,93,77,66,5Jena53 JenaZweitstimmeStand: 102 von 102 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 79,9 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige23,022,813,514,410,29,56,7Gera52 GeraZweitstimmeStand: 88 von 88 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 72,1 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige22,620,710,528,53,08,36,3Erfurt51 ErfurtZweitstimmeStand: 181 von 181 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 75,6 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige25,219,614,418,57,08,66,7unter 72 %72 % bis unter 74 %74 % bis unter 76 %76 % und mehr

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Bundestagswahl 2017 Was die Thüringer zum Wahlergebnis sagen

CDU und AfD sind in Thüringen die stärksten Parteien bei der Bundestagswahl 2017. Was sagen die Thüringer zum Wahlergebnis? Wir haben in Eisenach und Weimar nachgefragt.

Ottmar Schäfer
Für Ottmar Schäfer ist es eine Katastrophe, dass die AfD mit so einer Deutlichkeit in den Bundestag kommt. "Damit haben die alteingesessenen Parteien die Aufgabe, die Demokratie hoch zu halten. Es ist bezeichnend für die SPD, dass sie sich auch der Verantwortung stiehlt. Es ist bedenklich, dass die CSU dermaßen abgestraft wurde von den eigenen Leuten. Das ist mehr als ein Fingerzeig an den Vorsitzenden. Der CSU-Chef sollte mal die Jüngeren machen lassen." Bildrechte: MDR/Heidje Beutel
Ottmar Schäfer
Für Ottmar Schäfer ist es eine Katastrophe, dass die AfD mit so einer Deutlichkeit in den Bundestag kommt. "Damit haben die alteingesessenen Parteien die Aufgabe, die Demokratie hoch zu halten. Es ist bezeichnend für die SPD, dass sie sich auch der Verantwortung stiehlt. Es ist bedenklich, dass die CSU dermaßen abgestraft wurde von den eigenen Leuten. Das ist mehr als ein Fingerzeig an den Vorsitzenden. Der CSU-Chef sollte mal die Jüngeren machen lassen." Bildrechte: MDR/Heidje Beutel
Brigitte und Christian Hentschel
Brigitte und Christian Hentschel sagen: "Wir sind geschockt über das AfD-Ergebnis. Man darf gar nicht sagen, dass man aus Thüringen ist. Es ist beschämend." Bildrechte: MDR/Heidje Beutel
Heiko Kleff
Heiko Kleff findet es übertrieben, die AfD so hochgejubelt wird. "Der CDU fällt ihre Politik auf die Füße. Man muss aber auch daran denken, dass 87 Prozent der Wähler demokratisch gewählt haben." Bildrechte: MDR/Heidje Beutel
eine Frau in einer blauen Jacke steht vor einem Plattenbau und lächelt
Eine Einwohnerin aus Gera-Lusan sagt: “Ich bin sehr zwiegespalten, was das Ergebnis angeht. Wir müssen jetzt einfach mal abwarten. In Sachen Rente müsste sich schon Einiges tun….ich bin schon überrascht, wie die Wahl ausgegangen ist - aber es war auch abzusehen, dass die CDU so verliert. Weil da in der Vergangenheit viele Sachen gelaufen sind, die nicht hätten sein dürfen.” Bildrechte: MDR/Anne Eichhorn/Julia Gröbel
Basheer Al-Ali
Basheer Al-Ali (23) kommt aus Syrien und ist seit zwei Jahren in Deutschland. Wichtiger als das Wahlergebnis ist ihm, bald eine Arbeit als anästhesietechnischer Assistent zu finden und weiter Deutsch zu lernen. Er betont, dass es zu Problemen führt, wenn sich Menschen nicht integrieren.

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Brigitte Backhaus
Brigitte Backhaus (65) ist Rentnerin und hat auf den Sieg der CDU/CSU getippt. Sie freut sich, dass Frau Merkel im schon so lange durchhält und auch künftig im Amt bleibt: "Das Ergebnis ist sehr gut für mich." Bildrechte: MDR/Florian Engelmann
Darius Riemann
Für Darius Riemann (16) war klar, dass die CDU gewinnt. Der Stimmverlust der großen Parteien macht deutlich, dass "die Leute mit der Politik nicht zufrieden sind." Er hätte selbst gerne auch schon gewählt. Bildrechte: MDR/Florian Engelmann
Jörg Kindermann
Jörg Kindermann (43) findet das Wahlergebnis "furchtbar" und "wirklich erschreckend". Der Berufsschullehrer aus Jena macht für das Abschneiden der AfD "vorgeschobene Ängste" verantwortlich, die für ihn nicht nachvollziehbar sind. Bildrechte: MDR/Florian Engelmann
Susanne Mörstedt
Susanne Mörstedt (48) ist "leider nicht überrascht" über das Wahlergebnis. Das Abschneiden der AfD findet sie "bitter" und ordnet sie als Protestwahl ein. Das Bestreben der SPD in die Opposition zu gehen bezeichnet sie als "feige" und "Verrat am Wähler". Bildrechte: MDR/Florian Engelmann
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Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | 25. September 2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. September 2017, 19:38 Uhr

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