Mobiler Blitzer am Straßenrand in Erfurt
Der mobile Blitzer in Erfurt im Einsatz Bildrechte: MDR/Mayte Müller

Test von "Panzerblitzer" abgeschlossen Erfurt will Erfahrungen mit mobilem Blitzer auswerten

Das Ungetüm hatte in den vergangenen Wochen in Erfurt für Aufmerksamkeit gesorgt: ein Blitzer, der in einen etwas unförmigen Kasten eingebaut ist. Die Stadt hatte die mobile Radarfalle wochenlang getestet. Doch das Gerät stieß nicht bei Jedem auf Zustimmung - und teilt damit das Schicksal vieler Blitzer in Thüringen.

von Estha Taddigs

Mobiler Blitzer am Straßenrand in Erfurt
Der mobile Blitzer in Erfurt im Einsatz Bildrechte: MDR/Mayte Müller

In den vergangenen acht Wochen hat die Stadt Erfurt einen mobilen Blitzer ohne Personal getestet. In den kommenden Wochen soll dessen Nutzung ausgewertet werden. Peter Neuhäuser vom Bürgeramt Erfurt teilte MDR THÜRINGEN mit, dass vor der Entscheidung über die feste Anschaffung des Blitzers einige Punkte geklärt werden müssten. Unter anderem soll ein Konzept entwickelt werden, wie die Blitzautomaten in Erfurt in Zukunft aufgestellt werden. Wenn sich die Stadt für den dauerhaften Einsatz eines Blitzer-Anhängers entscheidet, wird das Projekt europaweit ausgeschrieben.

Das Gerät stößt aber offenbar nicht überall auf Zustimmung. Unbekannte besprühten den Blitzer am 3. Oktober mit Farbe und beschädigten ihn. Bereits in der Vergangenheit war der Automat in Erfurt mehrfach beschädigt worden. Die Vergehen reichen von verklebten Scheiben bis hin zu manipulierten Schlössern.

Aber auch andere Blitzer in Erfurt blieben in den vergangenen Jahren nicht verschont. Sogar der herkömmliche mobile Blitzer der Stadt, welcher unter der Beobachtung eines Beamten steht, wurde laut Stadtverwaltung mal von einem vorbeifahrenden Fahrradfahrer umgestoßen und dabei beschädigt.

An einer Straße steht eine Blitzersäule. Auf der Straße fahren mehrere Autos.
Stationärer Blitzer in Suhl Bildrechte: MDR/Isabelle Fleck

Auch andere Städte in Thüringen verzeichneten ähnliche Vergehen, seitdem die Automaten in Betrieb genommen wurden. In Gotha wurden Sichtfenster verklebt, besprüht oder beschädigt. In Weimar rissen Unbekannte sogar eine der Messanlagen um und zerstörten eine der Stromversorgungen. In Jena und Suhl blieben die Blitzer hingegen bisher verschont. Jedoch verzeichnet Suhl kleinere Vergehen an den Automaten, die zu kurzzeitigen Ausfällen oder Beeinträchtigungen im Betrieb führten.

Versuchte oder tatsächliche Sachbeschädigung an Blitzern wird zur Anzeige gebracht. Nach § 303 des Strafgesetzbuches (StGB) kann sie eine Geldstrafe oder sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren nach sich ziehen. Außerdem gehe es beim Blitzen um die Sicherheit im Straßenverkehr und nicht ums Kassieren, sagt der Sprecher der Stadtverwaltung Suhl, Holger Uske. "60 km/h in der Stadt auf mehrspurigen Straßen sind genug", meint er.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Zuletzt aktualisiert: 07. Oktober 2017, 14:54 Uhr

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5 Kommentare

09.10.2017 12:37 Rasselbock 5

Da nun hier auch die BW erwähnt wird sie darauf hingewiesen: Jeder Panzertyp der BW hat einen Bauseriennamen. Könnte man das Ding hier nicht Andreas oder Bausewein taufen? :-)

08.10.2017 23:07 Quantix 4

So lange es keine Warnschilder gibt, die die Radarkontrollen vorher ankündigen, während gleichzeitig Bußgelder als erwartete Sondereinnahmen fest (!) in den Haushalt eingeplant werden, solange glaube ich, dass Bauswein einfach zu feige ist, die Wahrheit zuzugeben: Das er es trotz Hochkonjunktur nicht geschafft hat, die Haushaltslage der Stadt auf ein stabiles Niveau zu bringen und nun billigstes Löcherstopfen betreiben muss.

@part: Die ach so tollen Verkehrskonzepte des Vorwendeerfurt hatten aber auch ihren klitzekleinen Haken... Stichwort "Andreasviertel". Spätestens bei "Zahl der Auslandseinsätze der BW" war mir aber klar, dass Sie Ihren Kommentar nicht ernst meinen.

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