Zoo Erfurt | Beekse Bergen Zeugung der Geparden-Babys war ein "Unfall"

Der Sohn tat, was der Vater tun sollte: Geparden-Kater Zawadi zeugte mit Katze Sima im Erfurter Zoo Nachwuchs, bevor sein eigener Vater zum Zuge kam. Mit Folgen für das Erhaltungs-Zucht-Programm der europäischen Zooparks.

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Ein Geparden-Baby des Erfurter Zoos Bildrechte: Zoo Erfurt

Der europäische Zuchtkoordinator für Geparden bedauert den drohenden Total-Verlust des Geparden-Nachwuchses im Erfurter Zoo. Lars Versteege vom Safari-Park Beekse Bergen in den Niederlanden sagte MDR THÜRINGEN, die Todesursache der Tiere müsse sorgfältig untersucht werden. Eigentlich sei geplant gewesen, dass sich die aus Wien herbeigeholte Katze Sima mit dem in Erfurt ansässigen Zucht-Kater Ghalib paaren sollte. Stattdessen hatte Ghalib-Sohn Zawadi für den Nachwuchs gesorgt.

Diese Paarung ist nicht empfehlenswert

Lars Versteege

Geparden-Experte Versteege sagte MDR THÜRINGEN: "Die Natur macht aber manchmal was sie will." Zawadi stammt aus dem Erfurter Sechslings-Wurf von 2015. Über die fünf weiblichen Tiere dieses Wurfes und das Muttertier war bereits ein Zuchtstopp verhängt worden.

Kater Zawadi sollte kastriert werden

Die Tierärztin Tina Risch vom Zoopark Erfurt bestätigte inzwischen, dass die Zeugung "ein Unfall" war. Die Katze Sima sei Zawadi bei ihrer Ankunft im Frühjahr in einem Gehege begegnet. Dort wartete er bereits auf seine Kastration und den Abtransport. Aber erst im Mai wurde Zawadi an den Tierpark Stöhren in Niedersachsen weitergegeben. Der zweijährige Kater sollte nach Angaben des europäischen Zuchtkoordinators Versteege kastriert werden, weil sein neues Zuhause nicht am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm teilnimmt. Begründet wird die Zucht bedrohter Tierarten in Zoos wird mit dem Artenschutz. Dabei müssen Zoobetreiber und Zuchtkoordinatoren stets die Verwandschaftsverhältnisse zwischen den Tieren im Blick haben, um Inzucht bei der Zucht in Gefangenschaft zu vermeiden.

Ein Gendefekt könnte die tödliche Erkrankung ausgelöst haben

Der Erfurter Zoopark erwartet den Totalverlust des Geparden-Wurfs. Bei den drei Tieren war eine neurologische Erkrankung festgestellt worden. Die Ursache dafür könne ein genetischer Defekt sein, sage Tierärztin Risch. Der Zoopark erwartet aus der Pathologie München Ende der Woche erste Untersuchungsergebnisse.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Zuletzt aktualisiert: 21. November 2017, 15:43 Uhr

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