Menschen auf der neuen Rathausbrücke
Einweihung der neuen Rathausbrücke am Dienstag. Bildrechte: MDR/Antje Kirsten

Erfurt Neue Rathausbrücke mit "Pittiplatsch" jetzt frei

Um kein Bauprojekt wurde solange gestritten und diskutiert wie um die Erfurter Rathausbrücke. 14 Jahre verzögerte sich der Neubau der Brücke. Nach 20-monatiger Bauzeit wird sie nun übergeben.

Menschen auf der neuen Rathausbrücke
Einweihung der neuen Rathausbrücke am Dienstag. Bildrechte: MDR/Antje Kirsten

Es wurde diskutiert, demonstriert und letztendlich der Bau immer wieder verschoben: Die marode Rathausbrücke war 16 Jahre lang Thema im Stadtrat und hat zuletzt die Gemüter, vor allem die der Anwohner, mehr als erhitzt. 20 Monate hat der Neubau der Brücke in der Innenstadt gedauert. Die Kosten: knapp 2,5 Millionen Euro.

Der östliche und westliche Teil der Brücke sind jetzt barrierefrei und können von den Fußgängern in voller Breite genutzt werden. Bordsteinkanten und parkende Autos entlang der nun 10,80 Meter breiten Brücke gehören der Vergangenheit an. Eine neue Treppenanlage führt unter der Krämerbrücke hindurch zur mittelalterlichen Mikwe.

Viel Zoff um Bäume

Unterführung neue Rathausbrücke
Die neue Anlage wurde teurer als ursprünglich geplant. Bildrechte: MDR/Antje Kirsten

Für den Bau der Brücke, die parallel zur Krämerbrücke verläuft, mussten zwei Bäume gefällt werden. Um deren Erhalt hatte es vor Beginn der Bauarbeiten im Februar 2015 zahlreiche Diskussionen gegeben. Ursprünglich wollte die Stadt vier Bäume fällen. Die Anwohner liefen Sturm, forderten mehr Mitspracherecht. Die Bürgerinitiative "Stadtbäume statt Leerräume" kämpfte mit riesigen Plakaten für den Erhalt der Bäume.

Letztendlich entschied das Verwaltungsgericht in Weimar, dass zwei Bäume stehen bleiben müssen. Der östliche Teil des Brückenbauwerks, im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, wurde aber gebaut wie ursprünglich geplant. Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) räumte sogar Fehler ein, versprach den Bürgern mehr Mitspracherecht bei den Planungen für große stadtbildprägende Bauprojekte in der Stadt.

Pittiplatsch wohnt jetzt auf der Brücke

Pittiplatschfigur mit Stadtpolitikern auf der Rathausbrücke
Neue Pittiplatschfigur Bildrechte: MDR/Antje Kirsten

Mehr als 16 Jahre schob der Stadtrat den Bau der einsturzgefährdeten Brücke, die zuletzt mit Stahlplatten gesichert werden musste, immer wieder vor sich her. Begründung: In der Stadtkasse fehlte das Geld. Mit 2,5 Millionen Euro wurde der Bau letztendlich knapp 900.000 Euro teurer als ursprünglich geplant.

Pünktlich vor der Eröffnung des Weihnachtsmarktes am 28. November ist die Brücke fertig geworden, führt vom Wenigemarkt zu Fischmarkt und Domplatz. Auf einer Bank hat jetzt die Kinderfigur "Pittiplatsch" als neues Fotomotiv Platz genommen. Der Sandmann, der während der Bauarbeiten hinter die Krämerbrücke versetzt wurde, bleibt jetzt dauerhaft dort sitzen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Morgen | 14. November 2017 | 07:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. November 2017, 12:01 Uhr

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5 Kommentare

15.11.2017 19:08 Quantix 5

@markus schröder: Sie schrieben: "Man muss Bausewein nicht mögen - aber er hat im Zusammenhang mit dem Brückenbau fehler zugegeben. Sowas kenne ich von keinem Politiker". Ich grüble immer noch: Ist das jetzt messerscharfer Sarkasmus oder professionelle Realitätsverweigerung? Egal, Kunst entsteht, sobald man drüber nachdenkt. In jedem Fall rechne ich OB Bauswein hoch an, dass er wenigstens beim Durchtrennen des roten Bändchens im Zeit- Kostenrahmen blieb.

15.11.2017 10:34 Pfingstrose 4

Wunderbar, da kann man endlich wieder über die Brücke flanieren.

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