Pläne für Generatorenwerk in Erfurt Tiefensee schreibt Brandbrief an Siemens

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat nach Informationen von MDR THÜRINGEN den Elektronikkonzern Siemens aufgefordert, den Standort Erfurt zu erhalten. In einem gemeinsamen Brief mit den Wirtschaftsministern von Sachsen und Berlin verlangt Tiefensee vom Vorstand, den von Schließung und Stellenabbau betroffenen Standorten eine Perspektive innerhalb des Konzernverbundes zu bieten.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD)
Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Bildrechte: dpa

Der Wirtschaftsminister sagte dem MDR, er sei entsetzt darüber, dass ein Konzern, der im vergangenen Jahr Gewinne im Milliardenbereich ausweise, nicht in der Lage zu sein scheine, für seine wichtigen ostdeutschen Standorte eine zukunftsfähige Lösung zu präsentieren. Er verstehe nicht, dass der Konzern offenbar plane, die Produktion profitabler Großgeneratoren aus dem Erfurter Werk in die USA zu verlagern. Erst 2015 habe Siemens den Bau von 60-Hertz-Generatoren aus dem US-amerikanischen Charlotte nach Erfurt verlagert. Dies sei seinerzeit mit niedrigen Kosten und qualifiziertem Personal begründet worden. „ Wie will man das einer Belegschaft erklären, dass man Entscheidung von 2015 2017 revidiert und damit das Werk infrage stellt?"

Siemens hält sich bedeckt

Ein kleines Kind sitzt auf den Schultern eines Mannes. Es hält ein Schild auf dem steht: 'Mein Opa braucht seine Arbeit!'
Ein Kind hält beim Schweigemarsch der Siemens-Mitarbeiter durch Erfurt ein Schild. Bildrechte: Alexander Reißland

Tiefensee selbst steht nach eigenen Angaben im ständigen Kontakt mit der Konzernleitung, rechnet aber nicht mit schnellen Ergebnissen. Der Minister begrüßte die öffentlichen Proteste. Die Mitarbeiter hätten seine Solidarität: „Das ist nicht nur konzerninterne Angelegenheit, sondern eine gesellschaftspolitische Dimension." Siemens hatte vergangenen Donnerstag angekündigt, das Werk in Erfurt entweder verkaufen zu wollen oder Produkte auszulagern. Der Konzern wollte bisher die Meldung nicht bestätigen, dass es einen Kaufinteressenten für das Siemens-Werk in Erfurt gibt. Wie Siemens-Sprecher Michael Friedrich MDR THÜRINGEN sagte, suche der Konzern zunächst das Gespräch mit den Arbeitnehmern. Im Erfurter Werk sind laut Betriebsrat 580 Menschen fest angestellt, hinzukommen Azubis und Zeitarbeiter.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | DIE NACHRICHTEN | 22. November 2017 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. November 2017, 15:03 Uhr

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7 Kommentare

24.11.2017 12:23 Vicky 7

23.11.2017 14:27 Quantix
Blödsinn, Russland war Hauptabnehmer.

24.11.2017 09:12 Katharina 6

Genau das erwarte ich von einem Politiker: Dass er sich für die Menschen vor Ort einsetzt und stark macht. Wir werden sehen, was es bringt. Aber wer nicht kämpft, hat schon verloren. Die Siemens-Verlagerung ist eine politische Entscheidung, weil man Trump gefallen will - deshalb ist es gut, wenn unsere Politiker dagegen halten. Je lauter, desto besser.

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