Gerichtsentscheidung Streit über Impfung des Kindes: Impfschutz hat Vorrang

Ein Vater aus Erfurt darf seine Tochter gegen den Widerstand seiner Ex-Partnerin impfen lassen. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe bestätigte ein entsprechendes Urteil des Oberlandesgerichts Jena. Die getrennt lebenden Eltern haben das gemeinsame Sorgerecht für ein heute vier Jahre altes Mädchen. Dessen Mutter lehnte aus Angst vor Risiken und Misstrauen gegenüber Ärzten mehrere Impfungen ab- unter anderem gegen Tetanus, Masern, Mumps und Röteln. In ihrem am Dienstag bekanntgegebenen Beschluss gewichteten die Richter jedoch den Impfschutz höher als den Wunsch der Mutter.

Impfempfehlungen als medizinischer Standard anerkannt

Impfung in den Oberarm
Die Mutter des Mädchens lehnte unter anderem die Masernimpfung ab (Symbolfoto). Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Richter am BGH hatten zu klären, ob Impfungen zu den alltäglichen Angelegenheiten gehören oder von erheblicher Bedeutung sind. In Alltagsfragen - wie bei Ernährung oder Zeit vor dem Fernseher - kann der Elternteil allein entscheiden, bei dem das Kind lebt. Bei bedeutsamen Entscheidungen braucht es jedoch Einigkeit. Können sich die Eltern nicht verständigen, bestimmen die Gerichte, wessen Position im Sinne des Kindes ist.

In diesem Fall hatte das Oberlandesgericht in Jena den Vater berechtigt, über insgesamt neun Impfungen zu entscheiden - zu Recht, wie nun feststeht. Eine Imfpung sei mit Blick auf die Vorbeugung schwerer Krankheiten von erheblicher Bedeutung für das Kind, so die BGH-Richter. Die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission seien als medizinischer Standard anerkannt. Der Vater sei deshalb besser geeignet, die Entscheidung zu treffen.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 23.05.2017 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Mai 2017, 13:31 Uhr

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9 Kommentare

23.05.2017 23:21 Sabrina 9

Zitat:
"Eine Imfpung sei mit Blick auf die Vorbeugung schwerer Krankheiten von erheblicher Bedeutung für das Kind, so die BGH-Richter. Die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission seien als medizinischer Standard anerkannt."

Dumm Dümmer Jurist

Empfehlungen der Impfkommission sind lobbygelenkt. Das ist kein medizinischer Standard.

Was verstehen Juristen eigentlich unter "Standard".

Wäre ein Jurastudium wissenschaftlich, dann hätten diese Schaumschläger kontrollierte Studien verlangt, die einen gesundheitlichen Vorteil Geimpfter gegenüber Nichtgeimpften belegen.

Jeder Volltrottel kann in Deutschland in höchste Deutsche Richterämter kommen.

Man hat nur noch Wut.

23.05.2017 21:17 Holzkopf 8

Bevor ihr hier nach einer impfpflicht schreit solltet ihr euch vorher mal informieren !! Was ist bitte auf dem vormarsch ? Und bitte wie naiv ist es zu behaupten das man damit seinen Kindern und sich selbst etwas gutes tut ? Immunität kann man impfen ? und wieso geht man davon aus das man erkrankt ? Mir und meinen Kindern gibt Norman eine Spritze dafür werde ich sorgen ....

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