Mitte/West-Thüringen

Weimar : "Haus der Frau von Stein" bleibt wohl in spanischer Hand

Das "Haus der Frau von Stein" in Weimar wird offenbar weder zurück an die Stadt noch in den Besitz der Musikschule "Franz Liszt" gehen. Wie die Stadt mitteilte, trafen sich am Freitag Oberbürgermeister Stefan Wolf und der spanische Investor Juan Bofill, der das Haus 2008 erworben hatte, zu einem Gespräch. Dabei habe Bofill deutlich gemacht, dass für ihn eine Rückabwicklung des Kaufes nicht infrage komme. Vielmehr habe er mittlerweile mit den bereits vor Jahren vereinbarten Baumaßnahmen begonnen. Dabei soll Bofill die Schuld an der zeitlichen Verzögerung von sich gewiesen haben. Er wolle nun Änderungsvorschläge für den bestehenden Vertrag einbringen. Wolf kündigte seinerseits an, das weitere Vorgehen mit dem Stadtrat beraten zu wollen.

Investor hielt Vertrag bislang nicht ein

Die Zukunft des historischen Gebäudes, in dem bis 1827 die Goethe-Freundin Charlotte von Stein-Kochberg lebte, ist seit Jahren in der Schwebe. 2008 hatte der Spanier Juan Bofill der Stadt das Haus für 325.000 Euro abgekauft, um in dem Gebäude eine Galerie, ein Café und ein Fremdenzimmer einzurichten. Mit Vertragsschluss verpflichtete sich Bofill zudem, das Haus bis Ende 2011 zu sanieren. Wegen noch bestehender Alt-Mietverträge einiger Bewohner verzögerten sich jedoch die Arbeiten. Nach Verstreichen der Frist machte die Stadt eine Vertragsstrafe geltend und forderte Bofill auf, den Kaufvertrag rückabzuwickeln.

Unterdessen hat die Stadt einen neuen Interessenten für das "Haus der Frau von Stein" aufgetan - die Musikhochschule "Franz Liszt". Gefördert durch die "Neue-Liszt-Stiftung Weimar" und den Musikhochschul-Ratsvorsitzenden Georg Krupp sollte das Gebäude denkmalgerecht umgebaut werden. Die Hochschule wollte in dem Haus Räume für den Fachbereich "Alte Musik" einrichten. Oberbürgermeister Wolf favorisiert diese Art der Nutzung.

Zuletzt aktualisiert: 04. Juni 2014, 17:04 Uhr

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