Thüringen Gewerkschaftsbund wertet Mindestlohn als Erfolg

Der Gewerkschaftsbund Hessen-Thüringen wertet den vor einem Jahr eingeführten gesetzlichen Mindestlohn als Erfolg. Sandro Witt, Vizevorsitzender des DGB Hessen-Thüringen, sagte am Dienstag, der Mindestlohn habe vielen Beschäftigten in Thüringen ein kräftiges Lohnplus beschert. Gewerkschaftsangaben zufolge sind die Löhne sozialversicherungspflichtig Beschäftigter im Gastgewerbe seit Jahresbeginn um 5,9 Prozent gestiegen.

Für Geringverdiener im Sozialwesen habe der Zuwachs 4,6 Prozent betragen. Ungelernten in Thüringen habe der Mindestlohn den Angaben zufolge einen Gehaltssprung von durchschnittlich 7,7 Prozent beschert. Der DGB bezog sich auf Angaben des Statistischen Landesamtes für den Zeitraum von Januar bis September und der Bundesagentur für Arbeit.

Der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde gilt seit Jahresanfang. Witt sagte, seitdem schrumpfe auch die Zahl der Minijobs, die nicht existenzsichernd seien und gerade Frauen in die Altersarmut führten.

Zugleich seien "Horrorszenarien der Mindestlohngegner" wie Jobverluste, Unternehmenspleiten oder explodierende Verbraucherpreise nicht eingetroffen. Bundesweit sei die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in den ersten neun Monaten auf den niedrigsten Stand seit der Jahrtausendwende gesunken.

Zuletzt aktualisiert: 15. Dezember 2015, 15:55 Uhr

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