Landgericht Erfurt : Vier Jahre Haft wegen sexuellen Missbrauchs
Ein 27 Jahre alter Mann ist vom Landgericht Erfurt wegen schweren sexuellen Missbrauchs einer Elfjährigen zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht sah es als erwiesen an, dass der Baden-Württemberger das Kind viermal missbraucht hat. Allerdings werteten die Richter sein umfassendes Geständnis als strafmildernd. Jedoch erklärte der Vorsitzende Richter Holger Pröbstel, müsse verhindert werden, dass es weitere Opfer gibt. Deshalb müsse es fühlbare Sanktionen geben.
Bei der Verhandlung führte der 27-jährige Angeklagte aus, er habe das Mädchen aus Großschwabhausen im Weimarer Land in einem Chatroom kennengelernt und sich später in sie verliebt. Bei Treffen in der Nähe des Wohnortes des Mädchens war es zu den einvernehmlichen sexuellen Handlungen im Auto des Mannes gekommen. Obwohl der sexuelle Kontakt freiwillig geschehen und zum Teil auch von dem Mädchen ausgegangen war, werteten die Richter den Fall nicht als minderschwer. Im Urteil hieß es, Mädchen in dem Alter hätten noch Anspruch darauf, Kind sein zu dürfen. Eine echte Liebesbeziehung habe sich das Gericht deshalb auch nicht vorstellen können. Auch wenn sich das Mädchen nicht als Missbrauchsopfer sehe.
Zulasten des Angeklagten wertete das Gericht indes seine Vorstrafe wegen Besitzes kinderpornografischer Schriften. Zudem hatte er offenbar weitere Kontakte auf der Internetseite zu jüngeren Mädchen. Pröbstel legte dem Mann bei der Urteilsverkündung nahe, sich um eine Sozialtherapie zu kümmern. Andernfalls bestehe Wiederholungsgefahr, wenn er aus dem Gefängnis entlassen werde.
Der Fall war bekannt geworden, nachdem der Vater der mittlerweile Zwölfjährigen einen Liebesbrief des Angeklagten bei seiner Tochter gefunden hatte. Daraufhin hatte er dem Mann den Kontakt zu seiner Tochter per SMS verboten und mit einer Anzeige bei der Polizei gedroht. Der Angeklagte war im Juli dieses Jahres verhaftet worden. Seitdem saß er in Haft.

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