Ende der Iran-Sanktionen Thüringer Wirtschaft hofft auf gute Geschäfte

Aufbruchsstimmung in der Thüringer Wirtschaft: Nach dem Ende der Sanktionen gegen den Iran rechnen Kammern und Unternehmen mit einer Wiederbelebung der Geschäftsbeziehungen und steigenden Exporten in das Land. Der Medizintechnik-Hersteller Königsee Implantate hofft, den Umsatz im Iran zu verdoppeln.

Nach dem Ende der Sanktionen gegen den Iran sehen Thüringens Industrie- und Handelskammern wieder gute Chancen für die Unternehmen im Freistaat. Der Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen, Ralf Pieterwas, sprach von einer Aufbruchsstimmung bei den Firmen im Land. Viele der alten Kontakte seien noch vorhanden. Der Iran verfüge über riesiges Potenzial und sei ehrgeizig, wieder an frühere Erfolge anzuknüpfen. Zurzeit haben rund 140 Thüringer Unternehmen Geschäftskontakte zum 75-Millionen-Einwohner-Land.

Aufbruchsstimmung auch in der Medizintechnik

Am Modell einer Wirbelsäule zeigt eine Maschinenbauingenieurin die einzelnen Module eines künstlichen Wirbelknochens aus Metall.
Modell einer Wirbelsäule bei Königsee Implantate. Bildrechte: dpa

Von Aufbruchsstimmung spricht auch Frank Orschler, Chef von Königsee Implantate. Der Hersteller für Medizintechnik aus dem Ilm-Kreis hofft darauf, mit Wirbelsäulenimplantaten auf dem iranischen Markt Fuß zu fassen. "Das iranische Gesundheitswesen ist daran interessiert", sagt Orschler. Königsee Implantate erwartet, den Umsatz im Iran aus dem vergangenen Jahr auf jetzt eine halbe Million Euro verdoppeln zu können.

Orschler sagt: "Größtes Problem war bisher, dass iranische Banken vom internationalen Zahlungsverkehr abgekoppelt waren." Das werde sich jetzt ändern. Der Thüringer Implantat-Hersteller plant allerdings keine Niederlassungen im Iran. Es gehe darum, Arbeitsplätze in Thüringen zu halten und zu schaffen, sagt Orschler.

Einbruch der Exporte seit 2006

Laut IHK Erfurt hatten Thüringer Unternehmen in den vergangenen Jahren wegen der Strafmaßnahmen wichtige Marktanteile im Iran verloren. Demnach exportierte Thüringen im Jahr 2006 noch Waren im Wert von rund 35 Millionen Euro in den Iran. Im vergangenen Jahr lag die Summe bei rund 15 Millionen Euro. Geliefert wurden vor allem Maschinen, Holz und Medizintechnik. Der Hauptgeschäftsführer der IHK Erfurt, Gerald Grusser, sagte MDR THÜRINGEN, Nachholbedarf gebe es vor allem in den Bereichen Maschinen- und Fahrzeugbau, Baustoffe, Wasser- und Abfallwirtschaft, erneuerbare Energien und Gesundheitswirtschaft.

Die Kammern planen gemeinsam mit dem Bundesamt für Ausfuhrkontrolle (BAFA) für das laufende Jahr mehrere Iran-Veranstaltungen. Darin sollen kleine und mittlere Unternehmen über neue Exportkontrollbestimmungen informiert werden.

Zuletzt aktualisiert: 19. Januar 2016, 16:26 Uhr

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3 Kommentare

20.01.2016 19:56 martin 3

Diese Experten !

20.01.2016 10:15 Norweger 2

Hat man nicht - wegen Geschäften mit dem Iran - jemanden in Thüringen eingesperrt? Hatte wohl nicht genug an diverse Volksvertreter abgegeben? MDR, Bitte mal nachforschen. Die Sache mit Atomwaffenbau war ja wohl vollkommener Schwachsinn.

19.01.2016 17:50 Wie... 1

wäre es nun noch mit ein paar Arbeitsplätzen? Und damit meinte ich nicht die von einer Zeitarbeitstruppe.