Mitte/West-Thüringen

Festnahme : Weimarer soll Teile für iranischen Reaktor geliefert haben

Ein Mann aus Weimar soll illegal Teile für einen Atomreaktor in den Iran geliefert haben. Die Bundesanwaltschaft hat ihn und drei weitere Verdächtige am Mittwoch festnehmen lassen. Die vier Männer, ein gebürtiger Deutscher und drei Iraner mit deutschem Pass, sollen sowohl gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz als auch das Iran-Embargo verstoßen haben. Polizei und Zoll hatten ihre Wohnungen und Geschäftsräume in Hamburg, Oldenburg und Weimar durchsucht. Außerdem waren die Wohn- und Geschäftsräume eines weiteren Mannes in Halle kontrolliert worden.

Logistik über Tarnfirmen im Ausland

Die Männer sollen in den Jahren 2010 und 2011 daran mitgewirkt haben, Spezialventile für den Bau eines Schwerwasser-Kernreaktors in den Iran zu liefern. Der Transport soll der Bundesanwaltschaft zufolge über Tarnfirmen in der Türkei und Aserbaidschan abgewickelt worden sein, um Ausfuhrkontrollen zu umgehen. Den Beschuldigten sei dabei klar gewesen, dass das Ziel der Ware ein iranisches Unternehmen war, welches für den Bau des Reaktors zuständig ist. Die Lieferung der Männer soll Teil eines Gesamtauftrags von mehreren Millionen Euro gewesen sein. Der Verdächtige aus Weimar ist Geschäftsführer einer Firma, die nach eigener Angabe Armaturen für extreme Ansprüche herstellt, wie hohe Drücke oder Temperaturen.

Der Iran steht im Verdacht, den 1968 unterzeichneten Atomwaffensperrvertrag zu umgehen und, statt die Atomenergie ausschließlich zivil zu nutzen, heimlich Atomwaffen zu bauen. Die Vereinten Nationen und die Europäische Union boykottieren beziehungsweise beschränken seit Jahren den Handel mit dem Iran.

Zuletzt aktualisiert: 15. August 2012, 21:13 Uhr

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