Mitte/West-Thüringen

Erfurt : Erstes Gespräch über jüdische Fakultät an der Uni

Im Bemühen der Thüringer Landesregierung um eine jüdisch-theologische Fakultät an der Universität Erfurt hat es erste Gespräche gegeben. Wie ein Sprecher des Thüringer Kultusministeriums mitteilte, haben Staatssekretär Thomas Deufel und der Rektor des Abraham-Geiger-Instituts Potsdam, Walter Homolka, über Vorstellungen und Wünsche des Instituts bei der Ausgestaltung der Fakultät gesprochen. Eine Entscheidung über die Fakultät sei aber nicht gefallen.

Ein in der Mitte mit einem Davidstern verzierter achtarmiger Leuchter mit brennenden Lampen
Die Thüringer Landesregierung bemüht sich um eine jüdische Fakultät für die Uni Erfurt.

Auch die Universität Potsdam bemüht sich um den Zuschlag für die Fakultät. Dafür solle nun ein Konzept ausgearbeitet werden, teilte sie mit. Das Abraham-Geiger-Kolleg, das jüdische Rabbiner und Kantoren ausbildet, hat sein Bleiben in Potsdam an die Gründung einer universitären Fakultät geknüpft. Nach eigenen Angaben würde es wegziehen, wenn dies nicht gelänge.

Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht hatte während ihrer Israel-Reise Ende Dezember verkündet, dass sie sich für eine Fakultät für jüdische Theologie in Thüringen einsetze. Die CDU-Politikerin sagte, entsprechende Gespräche seien bereits geführt worden. Auch mit Kultusminister Christoph Matschie sei sie sich über das Projekt einig.

Gründungsauftrag noch im Januar

In Erfurt gibt es eine katholische Fakultät, in Jena eine evangelische. Nach Angaben der Thüringer Staatskanzlei soll der Auftrag zur Gründung einer jüdischen Fakultät in Erfurt noch in diesem Monat erteilt werden. Vorgesehen seien vier Lehrstühle zu Judaistik und jüdischer Kulturgeschichte.

Zuletzt aktualisiert: 06. Januar 2012, 18:20 Uhr

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