Mitte/West-Thüringen

Eisenach | Korruptionsvorwürfe : Neue Ermittlungen gegen Köckert

Thüringens Ex-Innenminister Christian Köckert (CDU) ist ein weiteres Mal im Visier der Justiz. Wie Zeitungen unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft Erfurt berichteten, wird gegen ihn und noch einen Beschuldigten wegen Verdachts der Vorteilsnahme und -gewährung sowie der Abgeordnetenbestechung ermittelt.

Als Beigeordneter in Eisenach soll Köckert bei einem Bauprojekt unrechtmäßiges Beraterhonorar von 15.000 Euro bekommen haben. Nach den Informationen der "Thüringer Allgemeinen" (TA) waren im Zuge dieser Ermittlungen am Dienstag im Rathaus und in der Firma Tupac in Mühlhausen verschiedene Unterlagen sichergestellt worden.

Zweiter Beschuldigter soll laut TA ein Tupag-Vorstand sein. Unter dem Dach der Tupag Holding werden mehr als 25 Tochterunternehmen geführt, zumeist Bau-, Garten- und Pflanzenmärkte.

Köckert sagte der Zeitung zu all dem nur, dass er bisher "noch nichts habe und noch nichts sagen kann". Bei der Tupag hieß es auf Nachfrage der Kollegen, dass man noch nichts von Vorwürfen und einer Durchsuchung wisse.

"Wunderliche Dinge geschehen"

Bei dem Beratervertrag ging es laut TA um einen Bebauungsplan für den Gewerbepark Stregda-West, wo zwischen einem Bau-, einem Garten- und einem Lebensmittelmarkt noch ein Media-Markt entstehen solle. Bestätigt wurde der Zeitung von der Firma, dass sie einen solchen Plan habe erarbeiten lassen - im Auftrag der Stadt. Eisenachs beurlaubte Baudezernentin, Gisela Rexrodt von den Grünen, wird mit den Worten zitiert, dass in der Stadt recht "wunderliche Dinge geschehen" seien. So habe der Bebauungsplan im Rathaus gelegen, noch bevor der Stadtrat überhaupt beschlossen habe, einen aufstellen zu lassen.

Bereits im Februar hatte es Durchsuchungen im Eisenacher Rathaus und in Privat- und Geschäftsräumen gegeben. Da ging es unter anderem um Köckerts Beratung einer Windkraftfirma. In seinem Privathaus waren dabei unerwartet auch geheime Unterlagen aus seiner Zeit als Innenminister entdeckt worden. Welchem Zweck deren Sammlung diente, erscheint ungeklärt.

Zuletzt aktualisiert: 14. Juni 2012, 19:51 Uhr

1. Ursula Krieg:
Ich bin empört über die Vorgänge in den letzten Jahren ,die in Eisenach vorgegangen sind.Durch die Mißwirtschaft ,ist meine Stadt pleite und keiner hat etwas unternommen,um diesm Umstand Einhalt zu gebieten.Warum wird der Herr Köckert nicht endlich zur Veantwortung gezogen,nach dem Unheil was dieser Mann angerichtet hat? Der kleine Mann würde schon längst in Haft sein.Das ist die Frage ,die Ich mir stellen muß.
14.06.2012
22:13 Uhr

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Christian Köckert

Christian Köckert war nach der Wiedergründung des Landes als junger Quereinsteiger in der CDU politischer Senkrechtstarter. 1991 gab der studierte Theologe seine evangelische Pfarrstelle in Stedtfeld bei Eisenach auf und wurde Bürgermeister des Orts. 1994 kam er in den Landtag, und 1999 dann wurde er Innenminister. Schnell wurde der Porsten zum Schleudersitz: Personalquerelen, Vorwürfe des Geheimnisverrats, Pannen und überhöhte Geschwindigkeit auf der Autobahn warfen Köckert aus der Bahn. Im Jahr 2002 trat er zurück.

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