Protestaktion Weitere Holzkreuze stehen neben Moschee-Baugrundstück

In unmittelbarer Nähe des geplanten Moschee-Neubaus im Erfurter Ortsteil Marbach haben Gegner des Projekts fünf weitere Holzkreuze aufgestellt. Damit erhöht sich die Zahl auf sieben. Ortsteilbürgermeisterin Katrin Böhlke, die am Sonntagnachmittag von den neuen Kreuzen erfuhr, sagte MDR THÜRINGEN, sie hoffe, dass die Situation nicht eskaliert. Sie habe vor Ort zwei Männer angetroffen, die nach eigener Aussage eine Mahnwache hielten, "für Erfurt und für Deutschland".

Holzkreuze in unmittelbarer Nähe des geplanten Moschee-Neubaus in Erfurt-Marbach.
Holzkreuze in unmittelbarer Nähe des geplanten Moschee-Neubaus in Erfurt-Marbach. Bildrechte: MDR THÜRINGEN

Böhlke setzt weiterhin auf Dialog. "Wir sprechen immer wieder mit den Bürgern", sagte sie. Die Mehrheit der Marbacher sehe den geplanten Bau nach wie vor kritisch. Ob die Mehrheit aber deshalb auch die Kreuze befürwortet, sei fraglich. "Rechtlich kann man gegen die Kreuze nicht vorgehen, es ist kein städtisches Gebiet und gehört auch nicht der Landesentwicklungsgesellschaft", so Böhlke. "Wir können nur immer wieder appellieren, dass jegliche Proteste gegen den Moscheebau friedlich ablaufen." Das Thema werde sicher in der nächsten Sitzung des Ortsteilrates auf der Tagesordnung stehen. Die Lokalpolitikerin sieht den Erfurter Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) und die Stadtverwaltung in der Pflicht, die Situation zu beruhigen.

Unterstützung durch rechten Verein

Anfang März war auf dem Privatgrundstück ein erstes, zehn Meter hohes Holzkreuz aufgestellt worden - initiiert von einer Gruppe mit dem Namen "Bürger für Erfurt". Unterstützt wird die Gruppe durch den rechten Verein "Ein Prozent" aus Oybin in Sachsen, der auch ein Video von der Aktion veröffentlicht hat. Das Kreuz wurde später von Unbekannten umgestoßen, kurz darauf von den Initiatoren aber wieder aufgerichtet. Nun stehen sieben Holzkreuze auf dem unbebauten Areal, neben dem großen drei etwa zwei Meter hohe Exemplare und drei kleinere.

In Erfurt-Marbach will die muslimische Ahmadiyya-Gemeinde den ersten Moschee-Neubau in Thüringen errichten. Der Bauantrag soll in den nächsten Wochen bei der Stadtverwaltung eingereicht werden. Bisher existieren in Thüringen nur eine umfunktionierte Gärtnerei sowie Gebetsräume in verschiedenen Städten als Moschee.

Zuletzt aktualisiert: 12. März 2017, 17:00 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

77 Kommentare

14.03.2017 22:00 Erwin 77

Die die muslimische Ahmadiyya-Gemeinde gibt selbst an, dass sie fest an die bevorstehende Vorherrschaft des Islam glaubt.
Was soll man davon halten?

14.03.2017 19:04 Günter 76

Also dies Kreuze wurden doch gar nicht von den Marbachern aufgestellt. Das waren Leute von Außerhalb. Die wollen mit aller Gewalt einen Religionskrieg in Marbach anzetteln. Die wollen mit aller Macht verhindern das in Marbach Christen und Moslems friedlich miteinander umgehen. Und sie wollen unser Grundgesetz angreifen.

Mehr aus der Region