Mitte/West-Thüringen

Nach Übergriff auf Erfurter Kunsthaus : Polizei ermittelt zu rechtsextremen Hintergrund

Nach dem Überfall auf eine Kunstgalerie in Erfurt ermittelt die Polizei in der rechten Szene. Eine Polizeisprecherin sagte MDR THÜRINGEN, dass zwei der acht Täter als Rechtsextreme polizeibekannt seien.

In der Nacht von Freitag auf Sonnabend hatte eine Gruppe Jugendlicher Besucher und Galeristen des Kunsthauses in der Erfurter Michaelisstraße angegriffen. Dabei sollen antisemitische Parolen gerufen worden und verfassungsfeindliche Symbole getragen worden sein. Nach Angaben des Kunsthauses wurde dem Kurator das Nasenbein gebrochen und der Leiterin des Hauses eine volle Bierflasche auf den Kopf geschlagen, als sie die Jugendlichen aufforderten, die Parolen vor der Kunst-Einrichtung zu unterlassen. Darüber hinaus sei einer Besucherin, die bereits auf dem Heimweg war, der Kopf auf die Motorhaube geschlagen worden.

Nach kurzer Flucht konnte die Polizei die Gruppe fassen. Dabei wurde eine Polizeibeamtin verletzt. Sie musste mit schweren Kopfverletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Insgesamt kamen mehr als 20 Polizisten zum Einsatz. Acht Verdächtige wurden vorläufig festgenommen, sind inzwischen aber wieder frei.

Die Polizei ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung, des Verwendens verfassungswidriger Kennzeichen und wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Außerdem werden mögliche Zusammenhänge zu einem ähnlichen Übergriff am 16. Juni bei einem Suchthilfezentrum in der Nähe geprüft. Auch dort sollen rechtsorientierte Jugendliche beteiligt gewesen sein.

Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2012, 15:39 Uhr

5. gast:
@ rick und Martin: Leider fallen auch Neonazis unter die StPO und das StGB. Ein Blick in das Gesetzwerk verrät, warum diese Straftäter auch wieder freigelassen werden mussten. Das mag unbefriedigend sein, ist aber so in unserem Rechtsstaat. Da sind auch der Polizei die Hände gebunden.
17.07.2012
12:26 Uhr
4. Martin:
@Codo: Sie haben ja recht, aber sind schwere Kopfverletzungen, ein gebrochenes Nasenbein und eine auf dem Kopf zerschlagene Bierflasche kein Haftgrund? So stark kann meinen eigenen gar nicht schütteln, wie ich möchte.
17.07.2012
07:55 Uhr
3. Codo:
@ Rick und Hans Meiser: Wilkommen im Rechtsstaat, da geht es glücklicherweise nicht nach politischen Ansichten, sondern ob im konkreten Einzelfall Haftgründe vorliegen. Dies ist offensichtlich nicht der Fall. Eine insgesamt schnellere Bearbeitung/Ahndung wäre dennoch erfreulich....
16.07.2012
18:25 Uhr
2. HansMeiser:
So wurde die letzten Jahrzehnte immer von offizieller Seite argumentiert: "Ach, das sind doch alles nur arme Jugendliche, welche sich ein wenig prügeln wollen". Und immer wieder schön abwiegeln und weiter machen lassen. Dass diese Art von rechten Gewohnheitsschlägern sich dann ein Gewohnheitsrecht auf Körperverletzung einbilden, ist dann auch nur logisch. Keine Toleranz gegenüber Intoleranten, und eine schnelle und konsequente Bestrafung wäre der einzig logische Weg.
16.07.2012
17:06 Uhr
1. rick:
unfassbar, dass immernoch, nach all den erfahrungen, solche nach kurzer zeit wieder frei gelassen werden... da wurden menschen verletzt, mann...
16.07.2012
15:56 Uhr

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