Nach Übergriff auf Erfurter Kunsthaus : Polizei ermittelt zu rechtsextremen Hintergrund
Nach dem Überfall auf eine Kunstgalerie in Erfurt ermittelt die Polizei in der rechten Szene. Eine Polizeisprecherin sagte MDR THÜRINGEN, dass zwei der acht Täter als Rechtsextreme polizeibekannt seien.
In der Nacht von Freitag auf Sonnabend hatte eine Gruppe Jugendlicher Besucher und Galeristen des Kunsthauses in der Erfurter Michaelisstraße angegriffen. Dabei sollen antisemitische Parolen gerufen worden und verfassungsfeindliche Symbole getragen worden sein. Nach Angaben des Kunsthauses wurde dem Kurator das Nasenbein gebrochen und der Leiterin des Hauses eine volle Bierflasche auf den Kopf geschlagen, als sie die Jugendlichen aufforderten, die Parolen vor der Kunst-Einrichtung zu unterlassen. Darüber hinaus sei einer Besucherin, die bereits auf dem Heimweg war, der Kopf auf die Motorhaube geschlagen worden.
Nach kurzer Flucht konnte die Polizei die Gruppe fassen. Dabei wurde eine Polizeibeamtin verletzt. Sie musste mit schweren Kopfverletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Insgesamt kamen mehr als 20 Polizisten zum Einsatz. Acht Verdächtige wurden vorläufig festgenommen, sind inzwischen aber wieder frei.
Die Polizei ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung, des Verwendens verfassungswidriger Kennzeichen und wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Außerdem werden mögliche Zusammenhänge zu einem ähnlichen Übergriff am 16. Juni bei einem Suchthilfezentrum in der Nähe geprüft. Auch dort sollen rechtsorientierte Jugendliche beteiligt gewesen sein.
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