Denkmal von David der Strickermann.
"David dem Strickermann" ist es zu verdanken, dass es gestrickte Socken gibt. Er brachte die Kunst mit fünf Nadeln zu stricken nach Apolda. Strickermann trifft man als Denkmal in der Goerdeler Straße in Apolda. Bildrechte: MDR / Daniela Dufft

Sehenswürdigkeiten Das sollten Sie in Apolda gesehen haben

Wer es einrichten kann, sollte in Apolda verweilen. Denn es gibt neben der Landesgartenschau viel zu entdecken: Aquarelle von Hermann Hesse werden im Kunsthaus gezeigt, in der Museumsbaracke reist man in die "Olle DDR" und im Glockenmuseum darf geläutet werden. Eine kleine Exkursion zu Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Denkmal von David der Strickermann.
"David dem Strickermann" ist es zu verdanken, dass es gestrickte Socken gibt. Er brachte die Kunst mit fünf Nadeln zu stricken nach Apolda. Strickermann trifft man als Denkmal in der Goerdeler Straße in Apolda. Bildrechte: MDR / Daniela Dufft

Das Kunsthaus Apolda

Eine Treppe führt zu einer Villa. Rechts und links der Villa stehen alte Bäume. In der Villa ist das Kunshaus Apolda untergebracht. Ein große Plakat macht auf die Ausstellung Hermann Hesses aufmerksam.
Aquarelle von Hermann Hesse sind jetzt im Kunsthaus zu sehen. Bildrechte: MDR / Daniela Dufft

Das Kunsthaus ist weit über Thüringen hinaus bekannt für hochkarätige, wechselnde Ausstellungen. Noch bis zum zweiten Juli werden erstmals Aquarelle von Hermann Hesse gezeigt, die man jetzt erst im Nachlass des Schriftstellers entdeckt hat. "...aber das Malen ist wunderschön!" lautet der vielversprechende Titel. Ergänzt wird die Ausstellung durch Fotografien von Hermann Hesses jüngsten Sohn Martin Hesse, der seinen Vater als Berufsfotograf viele Jahre mit der Kamera begleitete. Besucher der Ausstellungen schätzen vor allem die besondere Atmosphäre des Hauses. Großzügige Galerieräume und kleine Nischen bieten Raum für wechselnde Perspektiven. Das Kunsthaus befindet sich in der Bahnhofstraße 42 und hat immer Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Ab 16. Juli reist die Thüringer Malerin Hannah Höch (1889-1978) mit ihren Gemälden in Blumenwelten: "Ich verreise in meinen Garten". Und im Herbst trifft man hier "Ikonen der Leinwand". Der Hollywood-Chronist Bob Willoughby und der Modefotograf Milton H.Green hielten Begegnungen mit Audrey Hepburn, Liz Taylor, Grace Kelly oder Marlene Dietrich auf Bildern fest.

Glockenmuseum

Apolda blickt auf eine über 200-jährige Tradition des Glockengießens zurück. Hier wurde die mit 24 Tonnen Gewicht schwerste und größte freischwingende Glocke der Welt gegossen: die St. Petersglocke ("Decke Pitter") des Kölner Doms. Die Kulturgeschichte der Glocken von den Anfängen bis zur Gegenwart, mit Glocken aus drei Jahrtausenden zeigt das GlockenStadtMuseum, das beim Besuch der Landesgartenschau nicht ausgelassen werden sollte. Es liegt direkt über den Terrassengärten des Paulinenparks. Besucher können ein aus acht Glocken bestehendes Glockenspiel selbst anschlagen.

Das Glockenmuseum in Apolad: An der Fassade hängt ein Schild mit der Aufschrift "Museum". Über dem Schild hängt eine Glocke.
Auf den Spuren kleiner und großer Glocken. Bildrechte: MDR / Daniela Dufft

Außerdem wird gerade die Ausstellung "Wie kommt der Kaktus in die Mode?" gezeigt. Die Schau setzt sich bis zum 2. Juli mit Mode und Design in Apolda auseinander. Sie dokumentiert den Weg von der Ideenfindung, über Skizzen, Materialproben und Muster bis zur Umsetzung der Entwürfe an den Textilmaschinen. Acht Projekte werden in der Ausstellung präsentiert. Alle haben eines gemeinsam: Die Designer haben sich von der Natur inspirieren lassen. Das Museum hat dienstags bis sonntags und jeweils an Feiertagen von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Glockenspiel am Stadthaus

An einer Hausfassade hängt ein Glockenspiel inmitten hochkletternder Pflanzen.
Dreimal am Tag spielen die Glocken eine Melodie Bildrechte: MDR / Daniela Dufft

Auf dem Weg ins Glockenmuseum Apolda kommt man am Glockenspiel am Stadthaus vorbei. Die 18 Glocken an der Fassade werden täglich geläutet und spielen um 9:55 Uhr, 11:55 Uhr und 16:55 Uhr jeweils zwei Melodien. Der Glockengießermeister Peter Schilling hatte sich das Glockenspiel eigentlich eine Nummer größer vorgestellt. 40 Bronzeglocken ließ er 1989 gießen, die anlässlich des 700-jährigen Jubiläums der Stadt auf dem Glockenturm des Schlossberges eingeweiht werden sollten. Doch daraus wurde nichts. 1989 gab es Wichtigeres und außerdem fehlte das Geld. Ein Teil der Glocken aus dem mittleren Tonbereich wurde zehn Jahre später zu einem kleinen Glockenspiel zusammengestellt und zum 1. Weltglockengeläut am 31. Juli 1999 eingeweiht. Mit dem Weltglockengeläut schickt die Stadt Apolda einmal im Jahr klingende Grüße in die ganze Welt. In diesem Jahr ist es am 5. August zu hören.

Museumsbaracke "Olle DDR"

Vielleicht erinnern Sie sich noch an die gute Perlodont, die rosa Zahnpastatube aus der DDR, an die Seife "Kölnisch herb", den hübschen Wecker mit Fuß, an Sandmännchen, Trabant und Co.? Dann sollten Sie einen Ausflug in die Museumsbaracke "Olle DDR" unbedingt einplanen. Die Dauerausstellung zeigt über 12.000 Exponate aus dem Alltag der Deutschen Demokratischen Republik. Besucher bekommen hier die Möglichkeit, alte Welten zu betreten: beispielsweise ein Kinderzimmer mit den typischen Möbeln, gemustertem Teppich und Postern an der Wand. Auch in einer Zahnarztpraxis kann man alte Bohrer und andere Instrumente in Augenschein nehmen, oder die Stimmung im Zimmer eines Parteisekretärs nachspüren. Verstaubte Aktenberge und Parteibücher liegen auf einem langen Konferenztisch, Wimpel-Tischschmuck und DDR-Tapete dürfen nicht fehlen. Die Museumsbaracke "Olle DDR" findet sich in der Bahnhofstrasse 42. Montags ist Ruhetag. An allen anderen Tagen ist die Dauerausstellung von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Fabrikgalerie Schwarzer

In der Fabrikgalerie Schwarzer auf dem Apoldaer Heidenberg wurde im April eine neue Ausstellung eröffnet. "Zeitreise Apolda" zeigt Dokumente der Stadtgeschichte, stellt Persönlichkeiten Apoldas vor und gibt Einblicke in die Textilindustrie über die Jahrzehnte hinweg. Auch der Dobermann spielt eine Rolle, genauso wie der Autobau. Die Ausstellung ist bis Oktober geöffnet immer von Montag bis Freitag jeweils von 10 bis 18 Uhr.

Lutherkirche

Blick auf die Lutherkirche, einen roten Backsteinbau, in Apolda.
Der Platz vor der Lutherkirche wurde für die LAGA neu gepflastert. Bildrechte: MDR / Daniela Dufft

Die Lutherkirche ist ein neugotischer Backsteinbau. Sie wurde in den Jahren 1890 – 94 errichtet. Die Kirche hat eine bedeutende Sauer-Orgel und farbenprächtige Bleiglas-Fenster, die zum Teil restauriert wurden. Wegen des imposanten Klangs werden in der Kirche mehrere Konzerte im Jahr gespielt. Die Lutherkirche wird Spielstätte des Luther-Spirituals sein. Die Andacht findet jeden Samstag um 18:00 Uhr statt. Der Platz vor der Kirche wurde für die Landesgartenschau neu gepflastert.

Kulturfabrik

Viele Fabrikgebäude und Hallen standen nach dem Untergang der Textilindustrie Anfang der 90er Jahre leer. Vor allem Künstlern und Studenten ist es zu verdanken, das sich hier in den alten Hallen eine Kunstszene entwickelt  hat. In dem Fabrikgebäude der Fima Köcher Woll und Strickwaren trifft man heute Künstler, die hier ihre Ateliers eingerichtet haben. Drei große, helle Hallen zeigen wechselnde Ausstellungen und laden zu Veranstaltungen ein. Aktuell ist die Ausstellung "Kunst trotzt Handicap" zu sehen. Menschen mit Behinderung wurden ermutigt, Gedanken, Ideen und Gefühle auf Papier oder Leinwand zu bringen. Die Ausstellung zeigt ihre Arbeiten - neben denen von Künstlern mit akademischer Ausbildung.

Der Bürgerbrunnen

Der Bürgerbrunnen in Apolda. Aus Lindwürmern fließt das Wasser in den Brunnen.
Der Bürgerbrunnen ist ein Kunstwerk mit vielen Geschichten rund um Apolda. Bildrechte: MDR / Daniela Dufft

Wer von der Herressener Promenade durch die Innenstadt zum Paulinenpark spaziert, kommt am Bürgerbrunnen vorbei. Früher stand hier ein einfacher Holzbottich, aus dem mit einer Kette das Wasser hochgeleiert wurde. Weil die Kette so laut schepperte nannten die Bürger den Brunnen auch Rumpelborn. Der heutige Brunnen wurde im Jahr 1998 erbaut. Der Brunnenfuß stellt einen Apfelbaumstumpf dar, dessen Zweige sich entlang der Brunnenschale nach oben richten. Unter den wasserspeienden Lindwürmern erzählt ein Fries über die Geschichte der Stadt. Die Bilder zeigen die Glockengießerei, die Brauereikunst, die Stickerei und den Dobermann, der hier gezüchtet wurde.

Das Apoldaer Schloss

Treppen führen zum Apoldaer Schloss. Die Treppen sind neu gebaut.
Auch die Treppen zum Schloss konnten mit Geldern für die Landesgartenschau saniert werden. Bildrechte: MDR / Daniela Dufft

Wann die alte Apoldaer Burg genau gebaut wurde, ist nicht genau überliefert. Es wird aber angenommen, dass sie etwa zur gleichen Zeit wie die Wartburg, im 12. Jahrhundert, entstand. Sie schützte die Siedlung rechts der Ilm vor Angriffen, denn diese lag bedrohlich nahe am Saale-Übergang bei Neuengönna. Man fürchtete Übergriffe von Soldaten, die in der Gegend bedeutende Heeresstraßen passierten. Im sächsischen Bruderkrieg 1451 wurde die Burg weitestgehend zerstört. Aus Teilen der Trümmer errichtete man an ihrer Stelle das heute noch erhaltene Schloss. In den Mauern sind noch Reste der Burg zu finden. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde das Schloss mit dem Vitzthumbau erweitert, in dem heute noch Teile der Stadtverwaltung, eine Musikschule, ein Kulturverein und der Fundus des Apoldaer Amateurtheaters untergebracht sind.

Der Zimmermann-Bau

Wandbild aus Sandstein zeigt Kinder, die an Spinnrädern sitzen. Ein Kind hält ein Tuch in der Hand.
Plastisches Wandbild am Zimmermann-Bau Bildrechte: MDR / Daniela Dufft

Zu einem der beeindruckendsten Gebäuden der Stadt zählt der Zimmermannbau. 1880 errichtete die Familie Zimmermann, bedeutende Strickwarenproduzenten der Stadt, den Fabrikbau, um all ihre Geschäftslokale unter ein Dach zu bringen. Das langgestreckte Gebäude ist mit gelben Klinkern verkleidet und wurde nach der Wende saniert. Das Besondere sind die plastischen Wandbilder, die sich unterhalb der Parterre Fenster über das gesamte Gebäude ziehen und den "Weg der Wolle" beschreiben. Heute sitzt das Landratsamt in dem Gebäude in der Bahnhofsstraße.

Vereinsbrauerei

Seit 1440 wird in Apolda Bier gebraut. Wer sich dafür interessiert, kann bei einer Führung durch die Brauerei mehr über die Braukunst erfahren und das gute "Apoldaer" mal probieren. Zu den Highlights im Jahr zählen das Heißluftballontreffen vom 25. Bis 27. August und der traditionelle Bockbieranstich mit Frühschoppen am 30. September.

Gebäude der Vereinsbrauerei in Apolda.
Die Vereinsbrauerei in Apolda. Bildrechte: MDR / Daniela Dufft

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Serie | 24. bis 28.04.2017 | 05:00 -09:00 Uhr
MDR THÜRINGEN - Das Radio | Kulturnacht | 27.04.2017 | 22:00 Uhr
MDR THÜRINGEN - Das Radio | Radiogarten | 29.04.2017 | 09:00 Uhr | Live von der Eröffnung
MDR THÜRINGEN - Das Radio | Radiogarten | 14-tägig | 09:00 Uhr | Das Grüne Telefon auf der LAGA

MDR THÜRINGEN JOURNAL | 25.04.2017 | Reportage | 19:00 Uhr
MDR THÜRINGEN JOURNAL | 29.04.2017 | Reportage | 19:00 Uhr

MDR vor Ort | 29.04.2017 | Live von der LAGA | 16:05 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 08. Juni 2017, 14:29 Uhr

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