Linke-Spitzenkandidatin Martina Renner (Mitte) mit Ralph Lenkert und Kersten Steinke
Die Obfrau der Linken im NSA-Untersuchungsausschuss Martina Renner (Mitte) führt Thüringens Linke im Bundestagswahlkampf an. Auch Ralph Lenkert (rechts) und Kersten Steinke (links) haben beste Chancen, wieder in den Bundestag einzuziehen. Bildrechte: dpa

Landesparteitag in Bad Langensalza Martina Renner führt Linke in den Bundestagswahlkampf

Die Obfrau der Linken im NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestages, Martina Renner, führt die Thüringer Genossen im Bundestagswahlkampf an. Das hat der Landesparteitag der Linken in Bad Langensalza beschlossen. Landeschefin Hennig-Wellsow rechnet damit, dass es vier Listenvertreter in den Bundestag schaffen könnten.

Linke-Spitzenkandidatin Martina Renner (Mitte) mit Ralph Lenkert und Kersten Steinke
Die Obfrau der Linken im NSA-Untersuchungsausschuss Martina Renner (Mitte) führt Thüringens Linke im Bundestagswahlkampf an. Auch Ralph Lenkert (rechts) und Kersten Steinke (links) haben beste Chancen, wieder in den Bundestag einzuziehen. Bildrechte: dpa

Die Thüringer Linke geht mit der Innenpolitikerin Martina Renner als Spitzenkandidatin in die Bundestagswahl. Die 49-Jährige wurde am Sonntag in Bad Langensalza mit 95 von 115 Stimmen (83 Prozent) auf Platz 1 der Landesliste gewählt.

Schwerpunkt: Kampf gegen Rechts

Die Obfrau der Linken im NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestages hatte keinen Gegenkandidaten. Als Schwerpunkte ihrer Arbeit nannte Renner den Kampf gegen Rechts sowie für Grund- und Bürgerrechte. Ihr gehe es "um Aufklärung und konsequentes Handeln gegen die kriminellen Machenschaften der Geheimdienste" und "den Staat als Täter". "Der Staat, der die Grund- und Bürgerrechte bricht und sich aufmacht, uns alle ausnahmslos zu überwachen." Renner ist seit 2013 im Bundestag.

Ralph Lenkert auf Platz 2

Büste von Karl Marx und Silhouette von Bodo Ramelow bei Linke-Parteitag in Bad Langensalza
Beim Linke-Parteitag in Bad Langensalza ging es auch darum, das sozialistische Profil zu schärfen. Bildrechte: dpa

Auf Listenplatz 2 wurde Ralph Lenkert gewählt. Der 49-Jährige gehört dem Deutschen Bundestag seit 2009 an. Auf Platz 3 der Landesliste wurde Kersten Steinke gewählt. Steinke konnte sich mit rund 52 Prozent nur knapp gegen die Eichsfelder Bundestagsabgeordnete Sigrid Hupach durchsetzen. Hupach holte über 46 Prozent. Steinke sitzt seit 2005 im Deutschen Bundestag und ist bisher die Vorsitzende des Petitionsausschusses. Hupach war 2013 in den Bundestag eingezogen. Auf Platz vier folgt Frank Tempel aus dem Altenburger Land. Gegen ihn trat Gerd Beck an, der Landesvorsitzender des links orientierten Wirtschaftsverbandes Owus ist.

Hennig-Wellsow: Vier mit guten Chancen

Susanne Hennig-Wellsow
Hennig-Wellsow: "Liste regional und fachlich ausgewogen." Bildrechte: dpa

Der Vorschlag für die Landesliste zur anstehenden Bundestagswahl wurde vom Landesvorstand eingereicht. Landesvorsitzende Susanne Hennig-Wellsow nannte den Listenvorschlag regional und fachlich ausgewogen. Die Landeschefin sagte MDR THÜRINGEN, sie gehe davon aus, dass die ersten vier auf der Liste gute Chancen auf einen Einzug in diesem Jahr haben.

Landeschefin Hennig-Wellsow rechnet damit, dass die Linke in Thüringen bei der Bundestagswahl am 24. September über 18 Prozent kommen wird. Eine dimap-Umfrage von November sah die Linke bei diesem Wert. Bei der letzten Wahl 2013 holte der Thüringer Landesverband 23,4 Prozent. Dadurch zogen die ersten fünf Kandidaten der Landesliste in den Bundestag ein. Ausgegebenes Ziel der Partei ist es allerdings, bei der nächsten Bundestagswahl den gleichen Wert zu erreichen und zweitstärkste Partei in Thüringen zu bleiben.

Eklat bei Listenwahl 2013

Anders als bei der Listenwahl 2013 blieben dieses Mal Überraschungen aus und folgte die Basis dem Vorschlag des Landesvorstandes. Damals kam es zu einem Eklat, als die Delegierten die vom Vorstand als Spitzenkandidatin vorgesehene, heutige Bildungsministerin Birgit Klaubert durchfallen ließen. Stattdessen war die gelernte Agrartechnikerin Steinke auf Platz 1 gewählt worden. In der Folge trat der Landesvorsitzende Knut Korschewsky von seinem Amt zurück und Susanne Hennig-Wellsow übernahm das Amt.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: Radio | 05.03.2017 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. März 2017, 20:48 Uhr

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21 Kommentare

06.03.2017 14:40 Atheist - aus Mangel an Beweisen 21

Ich denke Karl Marx würde sich im Grabe umdrehen wenn hier seine Thesen über Religion auf dem Kopf gestellt werden, wenn er sehen müsste wie die erkämpfte Gleichberechtigung der Religionsfreiheit geopfert wird, wenn er sehen müsste das es in Deutschland zwar keine Kinderarbeit dafür aber Kinderehe gibt...

06.03.2017 08:59 Rademacher 20

Ich hoffe, dass uns Rot-Rot-Grün und insbesondere eine Regierungsbeteiligung der Linken im Bund erspart bleiben wird. Allein bei dem Gedanken an eine Ministerin Wagenknecht wird mir regelrecht übel! @REXt: Ich finde die Thüringer CDU ist seit dem Abgang Lieberknechts und einem gewissen Generationenwechsel wieder auf dem richtigen Weg. Sie ist bürgernäher und realistischer geworden, bei dem Thema Innere Sicherheit steht sie zumeist auf einer Linie mit der CSU. Ob die Thüringen AfD mit dem rechten Parolenbrüller Höcke etwas gutes für Thüringen bewirken könnte, bezweifle ich hingegen sehr stark! Ich will gute konservative Politik für unser schönes Land, aber keine NS-ähnliche Polemik eines dahergelaufenen Wessis, der es in Hessen politisch zu nichts gebracht hätte. So einer sitzt ja derzeit schon in der Staatskanzlei. Bitte nicht nochmal.