Erfurt : Logistikkommando der Bundeswehr nimmt Dienst auf
Mit einem Appell hat das neue Logistikkommando der Bundeswehr am Dienstag symbolisch seine Arbeit in Erfurt aufgenommen. Aus der Thüringer Landeshauptstadt wird künftig die komplette Logistik der Bundeswehr koordiniert.
Der Inspekteur der Streitkräftebasis, Vizeadmiral Manfred Nielson, Thüringens Innenminister Jörg Geibert und Oberbürgermeister Andreas Bausewein gaben am Nachmittag beim sogenannten Aufstellungsappell den Startschuss für das neue Logistikkommando. In den kommenden Jahren sollen dort bis zu 850 Männer und Frauen ihren Dienst tun.
Der CDU-Politiker Geibert äußerte sich bei MDR INFO erfreut über die neue Einheit. Unmittelbar vor der symbolischen Arbeitsaufnahme des Kommandos sagte er: "Das ist sehr, sehr positiv" und eine "sehr schöne Angelegenheit". Davon würde der Freistaat Thüringen, insbesondere Erfurt, profitieren. Im Logistikkommando entstünden hochwertige Arbeitsplätze. Das wirke sich auf den Immobilien- und Wohnungsmarkt aus, aber auch auf die Wirtschaft, erklärte der Innenminister.
Kommando ist einsatzbereit
Beim Aufstellungsappell sagte Geibert, gerade die zentrale Lage Thüringens biete sehr gute Voraussetzungen für die Gewährleistung eines - nicht nur - deutschlandweit funktionierenden Dienstbetriebes des Kommandos. Der Freistaat sei stolz, nunmehr Standort eines der fünf führenden Führungskommandos der Bundeswehr zu sein. Admiral Nielson erklärte beim Appell, Erfurt sei durch seine zentrale Lage in Deutschland der ideale Standort. Das Kommando sei ab sofort einsatzbereit und werde bis 2016 vollständig aufgebaut sein.
Logistikkommando kommt - Wehrbereichskommando wird aufgelöst
Das Wehrbereichskommando III, das bisher seinen Sitz in der Erfurter Löberfeldkaserne hatte, wird im Zuge der Bundeswehr-Reform bis Ende März aufgelöst. Früheren Angaben zufolge wechseln viele der Erfurter Soldaten und Offiziere in das Logistikkommando. Verlagert werde auch Personal aus dem Raum Köln/Bonn. Erste Bewährungsprobe für die neu geschaffene Einheit soll die Rückverlegung von Fahrzeugen und Ausrüstungen der Bundeswehr aus Afghanistan werden.
Mühlhausen und Bad Salzungen fordern Hilfen
Das Logistikkommando wird im Rahmen der Bundeswehr-Reform geschaffen. Mit dieser Neuerung ist die Landeshauptstadt eine Gewinnerin der Reform. Statt wie bisher 1.600 wird es künftig - auch dank dem neuen Karrierecenter der Bundeswehr - 2.050 Dienstposten in Erfurt geben. Andere Standorte in Thüringen werden hingegen ausgedünnt.
Wie die Städte Mühlhausen und Bad Salzungen gegenüber MDR THÜRINGEN bestätigten, haben sie die Bundes- und die Landesregierung an ihre Versprechen erinnert, die durch die Bundeswehr-Reform entstehenden Verluste auszugleichen. Die Görmar-Kaserne in Mühlhausen soll 2014 komplett dichtgemacht werden. Die nordthüringische Kommune will einen neuen Nutzer für das Gelände und eine bessere Verkehrsanbindung. Bad Salzungen, das 500 seiner 1.700 Soldaten verliert, will Hilfe beim Umbau des Wohngebietes an der Kaserne und ebenfalls eine bessere Anbindung an die Autobahn.
Sonderhausen kommt "glimpflich" weg
Die Stadt Sondershausen vertrat in der Umfrage von MDR THÜRINGEN die Meinung, sie käme bei der Bundeswehr-Reform am Ende glimpflich weg. Wenn es gut laufe, könne Sondershausen sogar profitieren. In der dortigen Carl-Günther-Kaserne soll ab April ein Ausbildungszentrum der Bundeswehr mit teilnehmerstarken Lehrgängen eingerichtet werden. Das gleiche die Verluste an Dienstposten aus, argumentierte die Bundeswehr. Wie Geibert gegenüber MDR INFO bestätigte, wird in Sondershausen künftig die komplette Fahrausbildung der Bundeswehr stattfinden. Allerdings werden die Dienststellen von 850 auf 220 reduziert.
Stationierungsplan für Erfurt
Folgende Truppenteile/Dienststellen sind im Rahmen der Bundeswehr-Reform künftig in Erfurt stationiert:
* Feldjägerregiment 3
* Führungsunterstützungsbataillon 383
* Landeskommando Thüringen
* Bundeswehr-Dienstleistungszentrum
* Regionale Sanitätsversorgung
* Karrrierecenter der Bundeswehr
* Logistikkommando der Bundeswehr
* weitere Dienststellen
(Quelle: Bundeswehr)
