Reine Rückschau zum Reformationsjubiläum Erfurt verzichtet auf eigene Luther-Ausstellung

Das Erfurter Angermuseum zeigt eine Sonderausstellung zu Luthers Rezeption Anfang und Ende des 20. Jahrhunderts. Museumsdirektor Kai-Uwe Schierz sagte, es werde darin auf den Umgang der Stadt mit der 400. Wiederkehr der Reformation 1917 sowie die Feierlichkeiten zum 500. Geburtstag des Reformators Martin Luther 1983 in der DDR verwiesen. Die Sonderausstellung ist unter dem Titel "Luther - Der Auftrag" von Sonntag, 23. April, bis zum 18. Juni zu sehen.

"Überbietungswettbewerb zum Reformationsjahr"

Angermuseum Erfurt
Das Erfurter Angermuseum Bildrechte: MDR/Dirk Reinhardt

Bei der Ausstellung handelt es sich um eine reine Rückschau. Die Stadt Erfurt verzichtet damit auf eine eigene Ausstellung zum 500. Reformationsjubiläum. In der Landeshauptstadt wird dies auch kritisch gesehen. Erfurt werde so der Verpflichtung als "Lutherstadt" nicht gerecht, lautet einer der Vorwürfe. Erfurts Kulturdirektor Tobias Knoblich verteidigte den Ansatz mit Verweis auf die begrenzten Ressourcen der Kommune. In Deutschland gebe es außerdem einen gewissen Überbietungswettbewerb zum Thema 500 Jahre Reformation.

Schierz verwies auch auf die finanziellen Anstrengungen, die für die Ausstellungen 1917 und 1983 unternommen wurden. So sei der Kunsthistoriker Edwin Redslob 1915/16 auf der Suche nach Luther-Stücken durch ganz Deutschland gereist. Seine etwa 1.000 Erwerbungen, neben Holzschnitten und Kupferstichen auch zahlreiche Bücher und einige Devotionalien, hätten den Grundstock für die Erfurter Luther-Sammlung gelegt. Auch 1983 sei Erfurt ein wichtiger Ort der staatlichen Luther-Ehrung gewesen. In der damaligen Ausstellung seien historische Exponate in einen Dialog mit zeitgenössischer Kunst gesetzt worden - eine Besonderheit, die damals für große Aufmerksamkeit sorgte, sagte Schierz.

Martin Luther (1483-1546) lebte fast ein Jahrzehnt in Erfurt - zunächst ab 1501 als Student der Universität und nach seinem Eintritt 1505 in das Augustinerkloster als Mönch. Erst 1511 siedelte Luther endgültig nach Wittenberg über.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN JOURNAL | 20.04.2017 | 19:00 Uhr
MDR THÜRINGEN - Das Radio | 20.04.2017 | 20:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. April 2017, 21:07 Uhr

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1 Kommentar

20.04.2017 20:33 Kein Protestant 1

Junker Jörg würde sich über Erfurt freuen - Endlich mal eine Stadt, die sich nicht am Kommerz - "Moderner Ablasshandel" beteiligt.
Aber, das interessiert die heutige Gesellschaft nicht - Lutherbier, Luhtersalami, Lutherschnaps, Lutherpuppen, usw. - gehts noch?

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