Juristische Folgen Grundstückseigentümer wehrt sich gegen Holzkreuze in Erfurt-Marbach

Die Aufsteller der Holzkreuze neben dem geplanten Standort einer Moschee in Erfurt-Marbach müssen mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Das teilte die Mainzer Aufbaugesellschaft, einer Tochterfirma der Stadt Mainz, als Eigentümerin des Grundstücks MDR THÜRINGEN mit. Sobald die Verursacher mit Hilfe der Polizei ermittelt seien, würden sie per Anwaltsschreiben aufgefordert, die Kreuze sofort zu entfernen. "Nachdem wir von den Vorgängen erfahren haben, haben wir uns umgehend mit der Stadt Erfurt sowie Vertretern der katholischen und evangelischen Kirchen in Erfurt in Verbindung gesetzt", heißt es von der Immobilientochter der Stadt Mainz.

Holzkreuze in unmittelbarer Nähe des geplanten Moschee-Neubaus in Erfurt-Marbach.
Mit Hilfe der Polizei sollen die Initiatoren der Aktion ausfindig gemacht werden. Bildrechte: MDR THÜRINGEN

Die Mainzer Aufbaugesellschaft sieht in den aufgestellten Holzkreuzen einen mehrfachen Verstoß gegen geltendes Recht. Konkret wirft das Unternehmen den Initiatoren der Aktion widerrechtliches Betreten fremden Eigentums und widerrechtliches Aufstellen von politischen Protestzeichen vor.

Die muslimische Ahmadiyya-Gemeinde will im Erfurter Ortsteil Marbach eine Moschee bauen. Auf einem Privatgrundstück neben dem geplanten Moschee-Standort wurden seit Anfang März sieben Holzkreuze aufgestellt Beteiligt an den Aktionen waren unter anderem eine Gruppierung namens "Bürger für Erfurt" sowie Rechtsextremisten aus Halle und die neurechte "Ein-Prozent"-Kampagne.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | 15.03.2017 | 11:00 Uhr
MDR THÜRINGEN JOURNAL | 15.03.2017 | ab 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. März 2017, 11:09 Uhr

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96 Kommentare

17.03.2017 13:10 Mediator 96

Ich kann verstehen, dass einige Marbacher Bürger skeptisch sind, oder diese Mosche nicht wollen. Dies ändert aber nichts daran, dass es rechtlich nichts daran zu rütteln gibt, dass man generell Moscheen in D bauen darf.
Im Grunde genommen ist es wie mit Windrädern und Stromtrassen - die werden auch gebraucht und sind auch nicht lebensgefährlich, aber keiner will sie vor seiner Haustür.
Jetzt kommen aber die geschulten Agitatoren der überregionalen rechten Netzwerke ins Spiel. Diese docken sich an das Unbehagen der Anwohner an, schüren Ängste und versuchen die Situation zu eskalieren.
Die erhoffte Schlagzeile dieser Rechten wäre sicherlich <Muslime zerstören christliche Kreuze>, da dies nicht geschieht versucht man es solange mit anderen Schlagzeile wie <Christen wehren sich gegen kulturelle Überfremdung> usw. Das klingt allemal hübscher wie <Zusammenschluß verschiedener rechtsextremistischer Gruppen protestiert gegen die in Art 4 GG garantierte Religionsfreiheit in Deutschland>

17.03.2017 12:07 Eulenspiegel 95

Ja Ekkehard Kohfeld. Wenn man so wie sie alles durcheinander schmeißt und eine, seit 100 Jahren in Europa ansässige moslemische Gemeinschaft mit den Islamisten gleich setzt da da kann ich nur sagen sie wissen doch gar nicht wovon sie schreiben. Wie kommen sie darauf das hier irgendjemand sein eigenes Volk hasst? Aus ihren Beitrag geht ja wohl ganz klar hervor das sie gegen Religionsfreiheit und damit gegen unser GG sind.
Kreuze unter öffentlichem Gelächter abbauen als Strafe gegen widerrechtliches aufstellen dieser Kreuze.
Also ich denke formalrechtlich ist die Sachlage eindeutig. Da gibt es keinen Ansatzpunkt die Baugenehmigung zu der Moschee zu verweigern.
Im übrigen einige meiner besten Freunde sind Moslems. Ich hatte schon sehr interessante Diskussionen mit ihnen. Diese Gespräch liefen aber immer auf der Basis der gegenseitigen Achtung und Respekt.