Landgericht Erfurt Lebenslange Haft für Mord im Thüringer Wald

Für die Ermordung eines Bekannten im Thüringer Wald muss ein 54 Jahre alter Angeklagter lebenslang ins Gefängnis. Sein 21-Jähriger Komplize erhielt vom Landgericht Erfurt eine Haftstrafe von acht Jahren und sechs Monaten. Die Strafkammer verurteilte die beiden Männer am Montag wegen gemeinschaftlichen Mordes und Brandstiftung. Sie hatten nach der Bluttat im Oktober 2015 noch das Auto ihres Opfers angesteckt - zur Vertuschung. Das Motiv blieb in dem Verfahren unklar.

Täter flohen nach Chile

Finsterbergen - Wanderwege im Thüringer Wald
Für das Verbrechen hatten die Männer ihr Opfer in ein entlegenes Waldstück gelockt (Symbolfoto). Bildrechte: IMAGO

"Sie haben eiskalt einen Mord begangen. Er war wunderbar vorbereitet bis zum Auskundschaften des Ortes", sagte der Vorsitzende Richter Holger Pröbstel bei der Verhandlung. Aus seiner Sicht gab es jede Menge objektive Beweise wie DNA-Spuren, die von der Polizei gefunden wurden. Für das Verbrechen hatten die Männer ihr Opfer, einen 33-jährigen Bekannten, an eine abgelegene Stelle im Kehltal zwischen Gräfenroda und Gehlberg gelockt. Dort erschlugen sie ihn mit einem Totschläger und einem schweren Stein.

Beide Täter flohen anschließend nach Chile. Zielfahnder des Landeskriminlamtes spürten den Älteren, einen ehemaligen Lehrer mit Doktortitel, im Ausland auf. Der jüngere Angeklagte kehrte freiwillig zurück. Er soll die Attacke nicht selbst begangen, aber gebilligt haben. Nur bei ihm blieb das Gericht mit seinem Strafmaß unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die neuneinhalb Jahre Jugendstrafe verlangt hatte.

Der Jüngere der beiden Täter soll dem späteren Opfer unter anderem zwei Autos verkauft haben, die nicht bezahlt wurden. Dass das der Grund für die Tat war, zweifelte der Vorsitzende Richter an: "Wir haben kein Motiv gefunden." Das Verhältnis zwischen Tätern und Opfer konnte das Gericht nach seinen Worten nicht abschließend beurteilen. Letztlich hätten die Männer beschlossen, den 33-Jährigen zu töten - möglicherweise, weil sie in ihm eine Bedrohung sahen.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 26.06.2017 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. Juni 2017, 18:47 Uhr

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5 Kommentare

27.06.2017 21:43 martin 5

@2 OMG: Können Sie mir mal auf die Sprünge helfen? Der Begriff "wunderbar" ist in meinen Augen möglicherweise etwas unglücklich gewählt - aber was ist in Ihren Augen so schlimm, das Attribut für diese Tatvorbereitung zu verwenden? Denn ohne die Aussage des Mitangeklagten wäre die Leiche doch wohl nie gefunden worden. Und ohne Leiche kein Prozess, denke ich mal. Also Dank der "fast erfolgreichen" Vorbereitung schon recht nah am perfekten Verbrechen ...

27.06.2017 08:27 Jan 4

@Agnostiker...Was für ein absolut sinnfreier Kommentar. Wie Sie dem Artikel entnehmen können, handelt es sich um ein Zitat des vorsitzenden Richters. Was hat das bitte mit "Staatsfernsehen" zu tun, wenn dies in dem Artikel einfach so wiedergegeben wird? Aber dieser Zusammenhang erschließt sich (zum Glück) nur Ihnen...

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