Mitte/West-Thüringen

"Gothas Gold" : Münzkabinett und Ausstellung auf Schloss Friedenstein

Die Glanzstücke der herzoglichen Münzsammlung werden auf Schloss Friedenstein in Gotha gezeigt. Rund 1.000 Münzen von der Antike bis zur Neuzeit sind jetzt in einem neuen Kabinett und in einer Sonderausstellung zu sehen.

Innenhof des Schloss Friedenstein in Gotha

Die Stiftung Schloss Friedenstein öffnete am Sonnabend mit dem Neuen Münzkabinett in Gotha eine weitere Attraktion. Wie die Stiftung mitteilte, werden in dem aufwendig gestalteten Raum im Westflügel des Schlosses Münzen und Medaillen aus der Sammlung von Herzog Friedrich II. gezeigt. Darunter sind auch Raritäten, die erst nach langer Verhandlung im Herbst 2011 für 2,2 Millionen Euro zurückgekauft wurden.

Das 300-jährige Jubiläum des Münzkabinetts und die Rückkehr der 16.000 Münzen aus Coburg nach 65 Jahren feiert die Stiftung auch mit der Sonderschau "Gothas Gold". Ab Sonnabend sind antike, griechische, römische, keltische, mittelalterliche oder neuzeitliche Objekte zu sehen.

Das Neue Münzkabinett ist Teil eines neuen Schlossrundgangs, der immer mehr Konturen annimmt. Nach herzoglicher Kunstkammer, Ahnengalerie und dem wiedereröffneten historischen Haupteingang ist es ein weiterer Glanzpunkt für Besucher. Das Barockschloss, das nach dem Dreißigjährigen Krieg erbaut wurde, wird zurzeit mit Millionen-Hilfe von Land und Bund saniert. Das Ziel: Die kostbaren Sammlungen der Naturkunde, Geschichte und Kunst in einem "Barocken Universum" zu präsentieren.

Galerie: "Gothas Gold" - Münzkabinett auf Schloss Friedenstein

Münzkabinett in Gotha ein rund 300 Jahre altes Münzinventar auf Schloss Friedenstein in Gotha Münze mit Herzog Friedrich II. von Sachsen-Gotha-Altenburg auf Schloss Friedenstein in Gotha

Die Glanzstücke der herzoglichen Münzsammlung werden auf Schloss Friedenstein gezeigt. Münzen und Medaillen von der Antike bis zur Neuzeit sind in dem neuen Münzkabinett zu sehen. Werfen Sie hier schon mal einen Blick. [Bilder]


Für Experten hat das fürstliche Münzkabinett einen unschätzbaren Wert. Friedrich II. hatte 1712 die damals europaweit gerühmte Münzsammlung des in finanziellen Schwierigkeiten steckenden Schwarzburg-Arnstädter Fürsten Anton Günther II. erworben. Darüber hinaus erließ Friedrich II. einen "Fideikommiss", der seine Nachfahren verpflichtet, die "Gotha Numeria" zu pflegen und sie keinesfalls zu teilen oder gar zu verkaufen. Heute umfasst die Gothaer Münzsammlung rund 150.000 Objekte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war der größte Teil der Sammlung von der Roten Armee beschlagnahmt und als kulturelle Reparationsleistung in die Sowjetunion gebracht worden. Ende der 50er-Jahre kehrten sie nach Gotha zurück. Zuvor waren bereits die kostbarsten Raritäten nach Coburg gebracht worden.

Zuletzt aktualisiert: 20. November 2012, 09:29 Uhr

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