Liebstedt Ordensburg geht an Bad Sulzaer Unternehmer

Der Haushaltsausschuss des Thüringer Landtages hat sich für den Verkauf der landeseigenen Ordensburg Liebstedt an den Betreiber der Therme Toskanaworld ausgesprochen. Das teilte der Ausschussvorsitzende Jörg Geibert (CDU) nach einer Sitzung am Freitag mit. Demnach will Toskanaworld-Geschäftsführer Klaus-Dieter Böhm eine GmbH & Co KG gründen, welche die knapp drei Hektar große Anlage kaufen soll. Über den Kaufpreis machte Geibert keine Angaben.

Mitbewerber um die Burg im Weimarer Land war der örtliche Verein "Ordensburg-Gilde". Sie habe weniger Geld geboten als Böhm, hieß es. Beide Bewerber hätten dem Landtagsausschuss Betreiberkonzepte vorgelegt, die Geibert als gleichermaßen "dünn" bezeichnete.

Ordensburg Liebstedt
Ordensburg Liebstedt Bildrechte: IMAGO

Im Vorfeld hatte sich Ministerpräsident Bodo Ramelow für einen raschen Verkauf der Ordensburg ausgesprochen. Der Verein habe sich zwar aufopferungsvoll um Erhalt und Restaurierung gekümmert, so der Linke-Politiker. In zehn Jahren habe es der Verein aber nicht geschafft, Drittmittel einzuwerben oder eine Stiftung zu gründen, der man die Burg hätte übertragen können.

Opposition kritisiert übereilte Verkaufsentscheidung

Der haushalts- und finanzpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Maik Kowalleck, bedauerte, dass ein Antrag seiner Fraktion, die Entscheidung über den Verkauf zu verschieben, abgelehnt worden war. "Nach so vielen Jahren, die sich das Land Thüringen nun bereits mit der zukünftigen Entwicklung der Ordensburg beschäftigt, wären ein paar Wochen für eine transparente Entscheidungsfindung notwendig gewesen", sagte er. Dem Ausschuss war die Vorlage, in der ein neuer Investor vorgestellt wurde, erst vor wenigen Tagen zugeleitet worden.

Die Staatskanzlei versucht, mit dem Verkauf des historischen Gemäuers Kosten zu sparen. Jetzige Eigentümerin der Burg ist die Thüringer Landesentwicklungsgesellschaft (LEG). Laut Ramelow werden jedes Jahr bis zu 50.000 Euro aus Steuermitteln für Heizkosten in einzelnen Objekten aufgewandt. Einen Verkauf an den Meißner Winzer Georg Prinz zur Lippe bekämpften die Einwohner solange vehement, bis der Winzer aufgab und seine neu aufgerebten Weinberge in Thüringen wieder verkaufte. Zur Lippe wollte in der Ordensburg eine Kelterei einrichten.

Die Burg wurde im 10. Jahrhundert ursprünglich als Wasserburg errichtet. Die denkmalgeschützte Anlage ist die einzig erhaltene Durchgangsburg in Europa. Wer auf der Kupferstraße von Hamburg nach Venedig unterwegs war, musste durch diese Burg reisen.

Zuletzt aktualisiert: 02. Dezember 2016, 19:53 Uhr

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6 Kommentare

05.12.2016 08:52 Ein Apoldaer 6

Werter "5parteitag", da Sie keine Ahnung vom Ablauf des Rechtsstreites mit dem Prinzen haben-er hat ihn verlohren-, die Gemeinde versichert ist, war die Bezahlung auch abgesichert!

04.12.2016 16:36 5parteitag 5

Mit Hass hat das nichts zu tun bloß damit, bei anderen wurde gespart. Und Geld für einen Rechtsstreit zum Fenster rausgeworfen. Der Prinz wäre die bessere Lösung gewesen.