Erfurt : Dauer-Schwarzfahrer muss ins Gefängnis
Die Bundespolizei hat in Erfurt einen per Haftbefehl gesuchten Schwarzfahrer gefasst. Der 24-Jährige ging den Beamten am Sonnabend bei einer Kontrolle ins Netz. Er war mehr als vierzig Mal ohne Fahrkarte im Zug ertappt und bereits zu einer Geldstrafe von 3.200 Euro verurteilt worden. Die Summe hatte er aber nicht bezahlt. Nun muss der junge Mann ersatzweise 212 Tage ins Gefängnis.
Thüringen will vorerst keine härteren Strafen
Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen hatte sich Ende Januar dafür ausgesprochen, härter gegen Schwarzfahrer vorzugehen. Um Wiederholungstäter abzuschrecken, sollten etwa höhere Bußgelder verhängt werden. Statt bislang 40 müssten es 60 Euro sein.
Das Thüringer Verkehrsministerium sieht in der Angelegenheit jedoch keinen schnellen Handlungsbedarf. Zunächst müsse geklärt werden, ob höhere Strafen tatsächlich mehr abschreckten.
Nach Angaben des Verkehrsverbandes liegt die Schwarzfahrer-Quote bundesweit bei rund 3,5 Prozent. Dadurch entgingen den Nahverkehrsunternehmen jährlich bis zu 250 Millionen Euro.
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Schwarzfahren
Das Schwarzfahren fällt im Strafgesetzbuch unter das Delikt "Erschleichen von Leistungen" (§ 265a). Strafanzeige wird in der Regel aber nur bei Wiederholungstätern gestellt. In den meisten Fällen hat Schwarzfahren eine Geldbuße zur Folge, ein sogenanntes "erhöhtes Beförderungsentgelt" in Höhe von 40 Euro. Gegen Schwarzfahrer ermittelt die Bundespolizei, die auch für die Bahnsicherheit zuständig ist.
